Nabenschaltung Alfine 8-Gang vs. Alfine 11 Gang Teil 2

Mittwoch 05 September 2012 um 18:55

Ich bin jetzt etwas über einen Monat mit der 11-Gang Alfine Nabe unterwegs. Die 8-Gang Alfine habe ich ca. 5 Jahre gefahren und war damit sehr zufrieden. War der Umstieg auf die 11-Gang richtig? Was hat es gebracht? Was geht und was geht nicht, hier der Abriss:

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Nabenschaltung Alfine 8-Gang vs. Alfine 11 Gang

Donnerstag 02 August 2012 um 18:51

Für die täglichen Fahrten in der Stadt, dem Weg zur Arbeit oder eine Tour zur Ostsee kann man ein Rennrad in der Regel nicht gebrauchen. Man benötigt ein Trecking-Rad (früher nannte man es Tourenrad), dass so ausgestattet ist, dass es nicht nur für alle Wetterverhältnisse geeignet ist, sondern möglichst auch für alle Jahreszeiten, für den Tag und auch bei Dunkelheit und natürlich sollte man es auch überall stehen lassen können, ohne das irgendwelche Teile, oder gar das ganze Fahrrad fehlt. Ein Treckingrad hat deshalb normalerweise keine Schnellspanner, breitere Reifen, einen bequemeren Sattel für eine aufrechte Sitzposition. Und natürlich Schutzbleche, Kettenschutz, festes Licht und einen Gepäckträger. Was so ein Gebrauchsrad halt so alles haben sollte. So weit so gut. Bei der Schaltung scheiden sich dann die Geister.

Die meisten Trecking-Räder werden mit eine Kettenschaltung geliefert. Das ist sinnvoll, denn die Gangabstufungen, die eine Kettenschaltung bietet kann man auf längeren Touren, insbesondere bei Fahrten mit Gepäck, gut nutzen. Aber bei den täglichen Wegen in der Stadt? Oder auch wenn es nur mal eine längere Tour ist? Braucht man die Abstufung mit 27 Gängen wirklich? Oder ist es da nicht sinnvoll eine Nabenschaltung einzusetzen?

Das war auch die Frage die ich mir vor einigen Jahren stellte, als es daran ging ein neues Rad für solch einen täglichen Gebrauch zu erwerben. Dabei hatte ich einen relativ harten Winter mit viel Schnee und Regen in Erinnerung, in dem ich nicht nur mein eigenen Rad pflegen musste. Daher lag der Focus zu diesem Zeitpunkt eher bei einer Schaltung, die einfacher oder bestenfalls fast überhaupt nicht gepflegt werden muss. Außerdem stellte ich fest, dass ich bei 95 % Prozent meiner Wege die 27 Gänge nicht benötigte. In der Regel habe ich in der Stadt beim Gangwechsel ohnehin immer zwei Gänge geschaltet.

Und so landete ich bei einem Rad mit einer Alfine 8-Gang Nabenschaltung, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange im Markt war und mir als das Premium-Model von Shimano gepriesen wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht! Ich habe die Nabe jetzt einige Jahre gefahren. Die Pflege beschränkte sich auf die Reinigung des Schaltwerks und einer Inspektion mit neuer Fettung. Ich habe einige Ketten darauf verschliessen und einen Zahnkranz habe ich herunter gefahren.

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Tour 2012 - Meine Nachlese

Freitag 27 Juli 2012 um 10:57

Tja, so schnell ist es wieder vorbei. Das abschließende Zeitfahren und die Tour d´Honneur konnte ich mir erst am nächsten Tag auf Eurosport anschauen, weil keine Zeit verblieb es Live zu sehen.

Und schon vor dem letzten Zeitfahren stand das Ergebnis im wesentlichen Fest. Es fühlte sich eher so an, als wenn beim Fußball jemand drei zu null führt und nur noch das Spiel sauber zu Ende bringen will.

Ein Hoch auf den Sieger, er hat mit seiner Mannschaft eine fantastische Arbeit geleistet und das Rennen seit der Übernahme des gelben Trikot sehr gut kontrolliert. Wiggins hat verdient gewonnen. Aber die Tour besteht nicht nur aus dem Sieger. Das ist das was ich so fantastisch finde an diesem Event, dass es alle Facetten einer Sportart in diesen drei Wochen zeigen kann. Jeden Tag ein neues Rennen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, unterschiedlichen Zielen der Mannschaften und unterschiedlichen Siegern.Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, leider. Und auch den gab es. Daher schwingt in meiner Nachlese auch ein bisschen Wut und ein bisschen Trauer mit.

Sieger und Verlierer

Die Sieger dieser Tour sind eindeutig Sagan, Froome, Greipel und Voeckler. Sagan als Tour-Neuling zeigte eine Abgeklärtheit wie ihn sonst nur sehr erfahrene Fahrer bringen können. In den Ardennen war er im richtigen Moment vor, sprintete im richtigen Moment los und konnte Etappen, die eher für Bardoneure gemacht sind, für sich entscheiden. Damit legte er den entscheidenden Grundstein für sein grünes Trikot. Fahrer die ich hier eher gesehen hätte wären Chavanel und Gibert. Während Chavanel dort immer noch vorn mit dabei war, war von Gilbert, der im letzten Jahr lange die Weltrangliste angeführt hatte, gar nichts zu sehen. Keine Form oder Teampolitik? Vielleicht bekam er auch keine Gelegenheit, aber dies war definitiv nicht seine Tour.

Froome hat sich als Edel-Helfer von Wiggins einen Namen gemacht. Und er hat in den Bergen deutlich gezeigt dass er eigentlich mehr drauf hat. Absicht? Teilweise hatte es schon verächtliche Züge, wenn er Wiggins antrieb doch an ihm dran zu bleiben. Ich würde ihm wünschen dass er die Geduld hat noch ein weiteres Jahr als Helfer zu fahren, aber ich glaube man will versuchen ihm schon eine eigene Mannschaft zu geben. Ob er das auch kann?

Greipel, der Lichtblick aus deutscher Sicht, hatte wahrscheinlich nicht vor das grüne Trikot zu gewinnen. Sein Ziel waren Etappensiege und wahrscheinlich hat er eher die Goldmedaille in London im Visir. Seine Mannschaft war auf ihn abgestimmt und er hat zwei spektakuläre Sprints gewonnen, die ihm hoffentlich für London das nötige Selbstvertrauen geben werden. Denn dort wartet der Weltmeister im eigenen Land auf ihn. Und was der leisten kann haben wir auch gesehen. Aber auf jeden Fall war es toll und taktisch super gemacht wie er seine Mannschaft stets in die richtige Position brachte, den Sprint so anzufahren, wie er es brauchte.

Voeckler, der alte Recke, bei dem man das Gefühl hatte, er wolle es nochmal wissen. Er hatte das Polka-Dot wahrscheinlich am Anfang gar nicht auf dem Schirm. Ein schönes Beispiel, wie sich so etwas auch unabhängig von den eigentlichen Zielen entwickeln kann.

Die Verlierer dieser Tour sind aus meiner Sicht Evans, Menchov und das Gespann Basso/Nibali.

Einerseits ist es ein gutes Zeichen wenn nicht wieder ein Fahrer mehrere Jahre so ein Rennen dominiert. Und das Evans eigentlich auf einer sehr langsamen Etappe abgehängt worden ist macht ihn in meinen Augen erheblich menschlicher und ehrlicher. Bei ihm hatte ich stets das Gefühl, dass ist ein Mensch der nicht so sehr in der nahen Vergangenheit des Radsport mit allen seinen Doping-Skandalen lebt. Man konnte sehen wie er gekämpft hat, aber dass es nicht gereicht hat. Und das ist auch OK. Wäre er wie in junger Gott an Wiggins vorbei gefahren wäre mein Glauben an ihn eher gesunken. Das Gespann Nibali/Basso hätte ich erheblich stärker eingeschätzt. Aber dieses Duo konnte dann in den Bergen keine wirklichen Akzente mehr setzen. Basso habe ich ganze drei Mal in der Führung gesehen. Mehr war bei ihm offensichtlich nicht drin. Und Liquigas musste keine großartige Führungsarbeit leisten. Sie waren zwar immer da, auch um Sagan das Grüne zu sicher, aber sonst ... Schade finde ich es für Menchov. Er ist bis in die Berge unauffällig immer mitgefahren und war immer vorn dabei. Eine Etappe hat ihn abgehängt. Und dann hatte er vermutlich nicht mehr die Kraft nochmal, wie bspw. Sanchez, auf eine Etappe zu gehen. Und seine Zeitfahrqualitäten sind seit letzten Jahr eher schlechter geworden. Ich wünsche der Manschaft um Michael Holzer ein glückliches Händchen für die Vorbereitung der weiteren Rennen und für die Gestaltung des Trainings. Denn ich denke, dass bei einem kontinuierlicher Aufbau der Mannschaft diese noch zu anderen Leistungen fähig sind.

Der Fall Schleck

Ich hatte es schon geschrieben, mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass ein Fahrer in der Spitzengruppe der Meinung ist, er wäre schlauer als die anderen. Und dieses ewige Dementi nervt! "Ich kann es nicht erklären und beantrage die B-Probe zu öffnen" - scheint immer noch der einzige Weg zu sein. Warum kneift er nicht den Arsch zusammen, sagt, ja, ich habe Scheiße gemacht und verpisst sich. Solche Leute sind dafür verantwortlich das der Jugendsport und die Vereinsarbeit im Radsport faktisch nicht mehr statt findet. Dann soll man sich auch nicht wundern wenn in 4 - 6 Jahren kaum noch ein deutscher Fahrer unter den ersten 50 der Welt ist.

Fazit

Es war wieder spannend und aufregend, drei Wochen extreme Leistungen und unglaublicher Kämpferwille. Zeichen von Kammeradschaft, wenn man dass Tempo rausnimmt um den Hauptgegner nach eine Reifenpanne wieder heranfahren zu lassen. Großartige Sprintfinals, lange Berganstiege, .... und zu guter letzt ein großartiger Jens Voigt. Los Jens, noch eine Tour .... ;-)

16. Etappe von Pau nach Bagneres de Luchon

Mittwoch 18 Juli 2012 um 07:43

Heute ist er da, der heftigste Bergtag der diesjährigen Tour. Von Pau, dem Tor zu den Pyrenäen, geht es in die Berge, und die Namen der Gipfel sind fast allen geläufig. Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde. Zweimal HC, zweimal erste Kategorie.

Diese Etappe kann das Gesamtgefüge nochmal richtig durcheinander werfen. Am Anfang gibt es noch eine kleine Sprintwertung, aber dann werden die Sprinter hoffen nur noch durchzukommen. Von Lotto-Belisol und Orica-GreenEdge wird man daher dann nichts mehr sehen.

Da es nahe der spanischen Grenze ist wird sich Euskatel zeigen und versuchen vielleicht in einer Fluchtgruppe unterzukommen. Denn sie liegen alle recht weit hinten und spielen in der Gesamtwertung keine Rolle mehr. Man wird sie also fahren lassen.

Aber was passiert mit den Favoriten? Wiggins hat mit Froome das Feld bei den letzten Etappen sehr gut kontrolliert, die Mitfavoriten hatten keine Chance ihm wegzufahren. Durch die Reißnägel-Attacke wurde Ihnen ein weiterer Tag genommen, an dem sie hätten attackieren können. Die morgige Etappe ist zwar kürzer, aber noch brutaler als heute. Wenn also ein Versuch unternommen wird, dann heute!

Dazu müssen sie Wiggins von Froome separieren, und das ist sehr schwer, weil Froome so stark ist. BMC wird versuchen mit mindestens zwei Leute in der Gruppe des gelben Trikots mitzufahren, und nacheinander werden die Leute geschickt um Wiggins mit Froome mürbe zu machen. Mit dabei sicherlich Gilbert. Vielleicht ist das auch der Tag auf den Ivan Basso gewartet hat, um gleiches für Nibali zu leisten. Wiggins kann sich nicht ausschließlich auf das Zeitfahren verlassen, er wird die Attacken mitgehen müssen. Alles hängt an Froome, bricht er ein sehe ich heute abend einen anderen Fahrer im gelben Trikot. Aber wie der dann heißt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Vielleicht auch Klöden, aber der ist sicherlich durch die Schleck-Geschichte eher demoralisiert (und dafür habe ich sogar Verständnis).

Daher also mein Tipp:
Nach der Sprintwertung wird sich eine Fluchtgruppe formieren, dabei mindestens ein Euskatel-Fahrer. Aber sie werden keine Chance bekommen durchzukommen. Denn das Feld mit dem gelben Trikot wird mit hoher Geschwindigkeit die Berge hochfahren um den Mitfavoriten keine Chance zu geben, wegzufahren. Wenn Froome den Druck und die Geschwindigkeit halten kann kommen auch heute alle Favoriten gemeinsam in Ziel, aber wenn Froome von BMC und Liquigas-Cannondale mürbe gefahren werden kann, wird Nibali oder Evans versuchen Wiggins zu distanzieren und ggf. das gelbe Trikot zu übernehmen. Die Abstände auf den Gesamtführenden werden dann auf jeden Fall neu sortiert werden.

Auch wenn ich ein absoluter Fan von Sprinterfinals bin, heute ist für mich einer der spannensten Tage überhaupt ;-)

Best Regards

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Schade, Schade, wann merken diese Leute was sie diesem Sport antun

Dienstag 17 Juli 2012 um 22:37

@Michael

Nein, ein direkten Draht zur Tour habe ich natürlich nicht, aber spannend wäre es schon ;-) Viele schauen die Tour de France, weil sie spektakuläre Bilder sehen wollen, Fahrer, die unglaubliche Anstrengungen leisten und unglaubliche Berge hochfahren, oder Sprinter die wie Rennpferde unglaubliche Endgeschwindigkeiten im Zielsprint erreichen. Das ist toll, das ist spannend, und für jeden, der selbst Rad fährt, gibt es die Möglichkeit dieses Feeling auch zu spüren. Das geht mir genau so. Andere schauen es gern im TV weil sie wunderschöne Bilder Frankreichs sehen, mit Schlössern und Burgen, herrlichen Bergen, wunderschöne Landschaften halt. Das finde ich auch wunderschön. Aber über alle diese Dinge hinaus sehe ich dort 20 Teams, Radfahrer unterschiedlichster Nationalitäten, die mit Teamgeist und Aufopferung für ein Ziel kämpfen dieses zu erreichen. Und die Ziele sind durchaus sehr unterschiedlich. Einige wollen den Gesamtsieger stellen oder zumindest mit unter die ersten fünf, andere wollen Etappen gewinnen, andere wieder wollen in den Bergen glänzen, aber alle nehmen in den drei Wochen an den gleichen Etappen teil. Und die Ziele verändern sich ständig. Das zu erkennen, einzuschätzen, zu analysieren macht mir einen unheimlichen Spass. Ich schaue mir also im Frühjahr schon die Fahrer und die Teams an. Ich schaue mir die Etappen an und ich schaue wie die Teams zusammengestellt werden. Und dann geht die Tour los und jetzt kommt alles in Bewegung und verändert sich von Tag zu Tag. Irsinnig spannend! Und das habe ich in den vergangen Jahren schon genau beobachtet und mir meine Gedanken gemacht. Anfangs lag ich häufig ziemlich daneben. Aber mittlerweile merke ich, dass ich mit meinen Einschätzungen immer besser werde. Und das macht Spass ;-) Ich freue mich, dass Du so begeistert bist. Eine Woche haben wir noch, und die wird sehr spannend. 

Ich denke, man kann meine Begeisterung spüren, aber an den Ruhetagen bin ich mit meiner Begeisterung immer ein wenig vorsichtig, weil das auch die Tage sind, an denen die Sportmagazine gern eine Bombe platzen lassen. Und leider haben wir in diesem Jahr wieder so eine Bombe!

Es ist klar, im Radsport wird, wie in anderen Profisportarten auch, viel Geld verdient. Und am meisten verdienen die Besten. Wenn man nicht zu den Besten gehört ist Radfahren sicherlich ein hartes Brot. Die Verletzungsgefahr ist groß, die Anstrengungen und das was man seinem Körper antut, sehr hart. Das Salär dafür meist eher so, dass man davon ganz gut leben kann, aber so viel verdienen, dass man mit 40 Jahren ausgesorgt hat, tun die wenigsten.

Das jemand, der in der Weltspitze mitfährt, nötig hat, unlautere Mittel einzusetzen ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber wir sehen, leider im Radsport gehäuft, dass es immer wieder solche Individuen gibt. Ich halte es da mit Jens Vogt. Auf den Scheiterhaufen mit Ihnen!!!!

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14. Etappe - von Limoux nach Foix

Sonntag 15 Juli 2012 um 10:29

Nach einer Woche Abstinenz von meinem Blog wegen Urlaub melde ich mich hier mit einem Ausblick auf die 14. Etappe zurück. Noch einmal einen kurzen Rückblick auf den gestriegen Tag, bei dem aus deutscher Sicht sehr erfreulichen Sieg von Andre Greipel im Sprintfinale. Meinen herzlichen Glückwunsch dazu! 

Es war schon sehr fantastisch wie Wiggins das Feld in das Finale geführt hat. Und Greipel hatte das richtige Hinterrad. Im Sprint muss man nicht nur starke schnelle Beine haben sondern auch den richtgen Zug. Und nachdem die Reihe sich aufgelöst hatte konnte man erkennen, welche Kraft auch noch nach fast zwei Tourwochen vorhanden ist und mobilisiert werden kann. Aber die Zielgerade hätte auch nicht einen Meter länger sein dürfen. Sagan an seinem Hinterrad hätte es fast noch geschafft. 

Aber nun zur heutigen Etappe. Der Einstieg in die Pyrenäen geht heute über eine kleinere erste Bergwertung und zwei Berge der ersten Kategorie.

Es wird sicherlich unmittelbar nach dem Start die ersten Attacken geben, aber es wird dauern, bis sich eine richtige Fluchtgruppe zusammengestellt hat. Mittlerweile schaut man sich die Leute die dort vorn weg dürfen genau an. Man wird versuchen die Bergpunkte des ersten Anstiegs nicht an den derzeit Führenden der Bergwertung gehen zu lassen. Roland von Europcar ist nicht so weit hinter Kassiakof. Daher denke ich, dass Europcar versuchen wird die Punkt nicht in Astana-Land gehen zu lassen. Der beste Kletterer wäre Vöckler und ihn sehe ich auf jeden Fall da vorn mit als erstes durchgehen.

Die beiden Bergwertungen der ersten Kategorie haben es in sich, sie sind von dieser Seite sehr steil. Das wird Europcar nicht schaffen. Auch wird man Kassiakof und Roland nicht in die Fluchtgruppe lassen. Eine Sprintwertung gibt es auch noch auf der Strecke. Die beiden Anwärter auf das grüne Trikot werden vorn mit dabei sein, und da die Sprinter die beiden hohen Berg nicht mehr mit der ersten Gruppe schaffen werden, können sie hier nochmal reinhalten. An der Sprintwertung wird auf jeden Fall Greipel nochmal versucht näher an das Jersey heran zu kommen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Sagan das dadurch zu verhindern gedenkt, indem er versucht in die Fluchtgruppe mit hinein zu kommen. Aber das sollte Lotto Belisol, wenn sie wirklich noch Ambitionen auf das Grüne haben, verhindern können. 

Die Fluchtgruppe wird man sicherlich 10 Minuten weglassen, wenn nicht ausgesprochene Kletterer da drin sind, aber der Vorsprung wird an dem ersten Anstieg schnell aufgefressen werden. Wir haben in den letzten Tagen sehen können, wie gut Sky mit Wiggins und Froome solche Anstiege kontrollieren kann. 

Vielleicht versuchen Evans und Nibali wieder ihr Glück, aber ich denke, für eine wirkliche Attacke ist diese Etappe nicht geeignet. Es wird auf jeden Fall sehenswert sein, wie der erste Anstieg, 11,4 km mit im Schnitt 7 % genommen wird.

Der zweite Berg ist eine Premiere. Und dazu eine, die es in sich hat. Da wird man sehen können wie gut die Favoriten auf den Gesamtsieg noch reinhalten könne. An einigen Stellen hat er eine Steigung von 18 Prozent. Auf den letzten vier Kilometern sind es im Schnitt 10,8 Prozent. 

Deshalb gehe ich auch davon aus dass die Sprinter ihre Kräfte sparen und mit einem Grupetto hereinkommen werden und es nicht schaffen auf der Abfahrt nach Foix nochmal das Feld zu erreichen.

Also eine Etappe für Bardoneure wie Chavanell und ... Gilbert, von dem man in dieser Tour noch gar nicht viel sehen konnte. Er war zwar in den letzten Tagen immer mal wieder vorn mit dabei, aber eine Platzierung unter den ersten drei war bisher nicht dabei. Wenn Evans von jemand anderen eskortiert wird, wie bspw. Magnus Burghardt, könnte Gilbert auch versuchen in der Ausreißergruppe unterzukommen. Und dann wäre dieses Profil vielleicht dafür geeignet, dass er durchkommen kann. 

Daher also mein Fazit: Eine Fluchtgruppe mit Gilbert oder Chavanell kommt gut über die beiden hohen Berge und kann in der Abfahrt nach Foix den Abstand zu Feld halten. In Foix gewinnt der Stärkste der Ausreißergruppe die Etappe, das Feld mit allen Favoriten kommt mit einem Abstand von vielleicht einer Minute hinterher. Wir werden es erleben ;-)

Best Regards

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7. Etappe - von Tomblaine nach La Plance des belles Filles

Samstag 07 Juli 2012 um 11:34

Schade, dass gestern Andre Greipel doch wohl so eingeschränkt war, dass er im Schlusssprint nicht mehr die nötige Kraft hatte. Aber Peter Sagan ist auch bärenstark, der muss auch erstmal geschlagen werden. Nachdem ich mir die Zielankunft einigemale angeschaut habe, habe ich aber auch festgestellt, dass Andre Greipel im Schlusssprint auch voll im Wind noch an einem anderen Fahrer vorbei musst. Kein Wunder, dass er nicht die volle Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Aber ein zweiter Platz noch dem Schlusssprint gestern ist keine schlechte Leistung, im Gegenteil. 

Aber nun zu Etappe heute, die das Feld ein wenig durcheinander wirbeln wird. Heute geht es ins Mittelgebirge und die Prognosen, die in den letzten Tagen noch recht einfach waren werden heute schwerer werden.

Es geht über zwei Berge der dritten Kategorie und eine Schlussankunft mit einem Anstieg von 8,5 Prozent und knapp 6 km Länge. Das ist nichts mehr für Sprinter. Eine solche Etappe ist aber auch gefährlich für die Anwärter auf den Gesamtsieg, denn heute hätte auch ein Ausreißer die Möglichkeit durchzukommen. Man wird sich also eine Fluchtgruppe sehr genau anschauen, und nur die Fahrer weg lassen, die mit einem Etappensieg das Gesamtklassement nicht gefährden.

Auch die Wertungstrikots werden heute ihre Besitzer wechseln. Die Mannschaft um Cancellara hat in den letzten Tagen immer arbeiten müssen. Ich glaube nicht, dass sie es heute nochmal schaffen ihn in der Spitzengruppe ins Ziel zu bringen. Man wird in der Etappe schon früh beobachten können, wie sich die Mannschaft verhält. Ich vermute, sie wird sich eher nicht an der Nachführarbeit beteiligen, und so signalisieren, dass sie das Trikot nicht zwingend verteidigen wollen.

Durch die Zielankunft gibt es heute mehr Punkte für das gepunktete Trikot als bisher vergeben wurden. Schafft es der derzeit führende, Michael Mörköv nicht in eine Fluchtgruppe, wird das vermutlich der letzte Tag im gepunkteten Trikot sein. 

Durch den Rückstand, den Schleck gestern durch den Sturz einkassieren musste, wird er sich überlegen müssen, ob er durch eine gezielte Attacke den Rückstand wieder wettmacht. Und fraglich ist, ob die derzeit in der Gesamtwertung vorn liegenden Fahrer das akzeptieren. Allen voran Evan, Wiggins und Menchov. Ihnen kann dies derzeit ja nur recht sein. 

Aber denkbar wäre es. Nicht richtig zeigen konnte sich bisher Gilbert, vielleicht nutzt er auch dies als Möglichkeit. Ein heißer Favorit ist nach einem sehr guten Frühjahr auch Albasini. Man muss schauen, wer in der Fluchtgruppe akzeptiert wird, und wenn einer dieser Fahrer dabei ist, könnte ich mir auch vorstellen, dass er durchkommt.

Also, mein Fazit für die heutigen Etappe:
Es geht in die Berge und alles ist jetzt anders. Die Sprinter fallen zurück, die Fahrer gemäßigter Berge, Chavanell, Gilbert und vor allen Dingen Albasini könnten jetzt in den Focus rücken. Schleck wird versuchen seinen Rückstand zu verringern, alle anderen werden versuchen möglichst mit der ersten Verfolgergruppe reinzukommen.

Mein Tipp:
Eine Fluchtgruppe, die aus guten Fahrern besteht schafft den Durchbruch und Etappensieger wird Albansini.

Die Anwärter auf das Gesamtklassement kommen komplett rein, wenn Schleck es nicht schafft in der letzten Steigung weg zu kommen.

Best Regards ;-)

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6. Etappe - von Epernay nach Metz

Freitag 06 Juli 2012 um 07:21

Auch heute ist wieder ein Tag der Sprinter. Danach ist erst einmal Schluss für die Männer mit den schnellen Beinen. Die nächste Flachetappe gibt es dann erst wieder am 14.07.Also noch einmal das gleich Spiel wie in den letzten Tagen.

Es hat sich gezeigt, dass Cavendish in diesem Jahr ohne Unterstützung seiner Mannschaft nicht so große Chancen hat. Zudem ist er relativ "schmal" hat also bereits sein Gewicht zugunsten der nahen Olympia-Spiele reduziert. Das bedeutet auch weniger Kraft. Ich habe noch das Bild der Zeitlupe von seinen Beinen vom letzten Jahr vor Augen. Das sah doch noch ganz anders aus.

Um so erfreulicher aus deutscher Sicht, denn so hat Andre Greipel in diesem Jahr die Chance bei der Jagd nach dem grünen Trikot ganz vorn mit dabei zu sein. Bei der gestrigen Siegerehrung hat man gesehen, dass seine Physis derzeit auf einem absoluten Hoch ist. Und auch der Schlussspint gestern hat gezeigt, welche Kräfte er mobilisieren kann. Dabei ist ihm sicherlich auch zugute gekommen, dass er bei der Sprintwertung auf der Etappe nicht mitgegangen ist, und so Kraft gespart hat.

Er wird dadurch positiv bestärkt sein und heute nochmal sein Glück versuchen wollen. Und wenn der Lotto Belisol-Zug wieder so klappt sollte einem weiteren Etappensieg nichts im Wege stehen. Denn dass hat er eindeutig gesagt, Etappensiege gehen vor!.

Auch heute wird daher das Feld am Anfang Ausreißer ziehen lassen und irgendwann gemächlich mit der Nachführarbeit beginnen. Ob man wieder so ein Timing mit dem Einholen der Ausreißer hinbekommt wie gestern würde ich eher bezweifeln. Das Risiko dass die Ausreißer dann doch durchkommen ist einfach zu groß.

Ich gehe daher davon aus, dass man die Ausreißer im Bereich 20 - 30 km vor dem Ziel einholt und dann das Tempo so hoch hält, dass niemand mehr wegkommt. Die Gefahr eines Sturzes ist dann natürlich extrem hoch.

Noch ein Wort zu den Mitbewerbern um den Etappensieg. Matthew Goss hat gezeigt, dass er in der Spitzen mithalten kann. Aber ihm fehlt eine Mannschaftsunterstützung. Und eigenartigerweise hat man schon mehrfach den Eindruck gehabt, er sei der Anfahrer von Cavendish. Der versteht es geschickt ihn einzuspannen. Petacci hat es bisher nur einmal geschafft überhaupt in der Spitzengruppe zu landen. Aber er hat nicht die Kraft im Wind an einem anderen Fahrer vorbeizugehen. Cavendish bereitet sich wohl bereits auf die olympischen Spiele vor. Farrar hatte in den letzten Tagen so viel Pech, dass er auch nicht mehr den Mut und Elan hat vorn mitzufahren. Freire hat ebenfalls keine Mannschaft. Er hat zwar gestern den siebten Platz gemacht, aber ich denke, dass dies auch eher ein Zufallsprodukt war.

Wenn der Lotto-Zug funktioniert wird das Team um Greipel auf dem letzten Kilometer wieder mit 3 Leuten vorn sein. Daher mein Tipp: Greipel vor Goss vor Cavendish vor Freire. ;-)

Best Regards ;-)

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