Entspannungsetappe mit Massensprint

Mittwoch 03 Juli 2013 um 22:13

Wie ich es mir gedacht habe, war nach den Tagen auf Korsika und dem Mannschaftszeitfahren ein wenig Entspannung angesagt. Orica GreenEdge als Mannschaft des gelben Trikots zeigt sich auch überlegen genug, eine Ausreißergruppe schnell fahren zu lassen. Und nachdem man sich darüber klar war, dass keiner der Ausreißer dem Gesamtführenden gefährlich werden kann, hat man sie auch fahren lassen. Zeitweise hatten die Ausreißer bis zu 15 Minuten Vorsprung. 

Doch es war schon klar, dass die Sprintermannschaften es nicht dulden würden, dass die Ausreißer heute durchkommen. Und so nahm man zeitgereicht die Verfolgung auf. Das führte dazu, dass bereits 3 km vor dem Ziel der letzte Ausreißer eingeholt war. Auf den letzten Kilometern konnte das Tempo so hoch gehalten werden, dass keiner mehr wegkam. Tony Martin hat trotz seiner Sturzverletzungen ganze Arbeit geleistet. Und so kam es schließlich zum Zielsprint, bei dem ich mir ja Greipel als Sieger gewünscht hätte. Der war auch in aussichtsreicher Position. Aber der Sprint war von Steegmans für Cavendish gut angezogen worden. An Cavs Hinterrad befand sich Bosson Hagen, so dass Greipel nichts anderes übrig blieb, als sein Glück neben ihm zu suchen. Dadurch fuhr er aber im Wind. An Greipels Hinterrad wiederum hing Sagan und hatte alle Möglichkeiten sich den besten Platz für den Windschartten auszusuchen. In der finalen Phase ging Steegmans nach links raus und machte Cavendish den Weg frei.  Bosson Hagen wich nicht von Cavs Hinterrad und so hatte Sagan die Möglichkeit hinter den beiden nach rechts vorbei zu fahren und volle Geschwindigkeit aufzunehmen. Dadurch konnte er Greipel sogar noch übersprinten und sicherte sich dadurch den dritte Platz. Einmal mehr ein Beweis dafür wie explosiv Sagan antreten kann. Aber Cavendish hatte heute die besseren Beine. Da war seine Ankündigung, er sei ein wenig krank, wohl eher ein kleines Ablenkungsmanöver ;-)

Bosson Hagen konnte noch mitsprinten, kam aber nicht dran. Die Favoriten für das Gesamtklassement kamen alle mit der ersten Gruppe rein, es kam also zu keinen weiteren Zeitabständen und Garrens konnte das Gelbe verteidigen.

Nächste Etappe: Aix-En-Provence - Montpellier

Auch hier handelt es sich um eine Überführungsetappe durch landschaftlich sehr reizvolles Gebiet. Es geht durch Les Baux - de - Provence. Die Etappe ist zwar relativ kurz (176,5 km) aber es kann sehr heiß werden. Dadurch dass das Gelände zum Meer hin offen ist droht bei kräftigen Südwind eine Windkante. Das bedeutet, dass für die Fahrer ein kräftiger Wind von vorn, links kommt. Fahren die Spitzenfahrer soweit rechts, dass nur wenige Mannschaftsmitglieder vom Windschatten profitieren können, wird gern mal schnell das Tempo erhöht. Das zwingt die Fahrer anderer Mannschaften selbst gegen den Wind anfahren zu müssen. Das kann schnell dazu führen, dass eine Gruppe abgehängt wird, so wie es 2009 Contador ergangen ist. Der sah sich plötzlich 20 Sekunden hinter dem Feld, weil er von dem Team um Winokurov schnell mal "auf der Windkante geschliffen" wurde.

Ansonsten sollte auch diese Etappe den Sprintern gehören und sie werden alles daran setzen, ihren Punktestand für das grüne Trikot zu verbessern.

Ich hoffe weiter und tippe wieder auf Andre Greipel, der im Massensprint gewinnen wird. Die Gesamtklassementfahrer werden wieder mit der ersten Gruppe reinkommen, ihre Zeit kommt erst, wenn es in die Berge geht.

Best Regards ;-)

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Mannschaftszeitfahren bringt erste Zeitabstände

Mittwoch 03 Juli 2013 um 07:58

Guten Morgen,

das Zeitfahren hat erwartungsgemäß die ersten Zeitabstände gebracht und zeigt dazu einmal mehr, wie sehr Radfahren ein Mannschaftssport ist. Denn Cadel Evans ist mit seiner Mannschaftsleistung hinter den anderen zurück geblieben. Das sorgt für einen gehörigen Abstand zur Spitze. Schade auch für Omega-Pharma-Quickstep, mit nur 0,75 sek. Zweiter zu werden. Das kratzt an der Moral, zumal die Tour für die Mannschaft bisher nicht so gut gelaufen ist. Um so erfreulicher für Orica, die jetzt das gelbe Trikot verteidigen dürfen. Im Fernsehen konnte man sehen wie sehr sie sich darüber gefreut haben. Ein bisschen Glück gehört auch immer dazu, und das hatten sie in den vergangenen zwei Tagen. Das Sprintfinale in Calvi war taktisch sehr gut herausgefahren, so dass Sagan, der sichtbar explosiver war, nicht mehr herangekommen ist. Und die Mannschaftsleistung gestern war super. Da kann man doch nur herzlich gratulieren!

Heute: Cagnes sur Mer - Marseille

Die heutige Etappe führt ebenfalls wieder durch eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke und dürfte wieder als ein Aushängeschild für Frankreich herhalten. Es geht leicht hügelig durchs Land an die Küste runter nach Marseille. Auf dem Programm stehen vier Bergwertungen (einmal Kat.3, dreimal Kat. 4) die alle keine besondere Herausforderung sind. Der steilste Anstieg kommt gleich am Anfang und wird daher nicht dazu geeignet sein das Feld zu selektieren. Der letzte Anstieg ist mit 3,1 % und einer Länge von 5,7 km ebenfalls nicht. Die Etappe wird daher sicherlich vom Feld genutzt werden ein wenig zu entspannen. 

Da auch in den vergangenen Tagen keine besonderen Kämpfe um die Fluchtgruppe erforderlich waren, denke ich, dass auch heute eine Gruppe mit bis zu 7 Fahrern relativ leicht weg kommt. Das Feld wird sie bis max. 8 Minuten ziehen lassen, aber aufpassen, dass sie nicht von der Leine gehen. Die Sprintermannschaften werden aber zeitig den Abstand verkürzen und versuchen auf den letzten Kilometern den Zusammenschluss zu schaffen, damit es keine Gegenattacken mehr gibt. Dazu werden die Sprintermannschaften um Greipel und Co. versuchen, ihre Leute in Position zu fahren. Ein Massensprint halte ich für höchstwahrscheinlich. 

Fragt sich, wer hat die besten Chancen? Cavendish konnte seine Leistung noch nicht zeigen, Greipel hat lediglich einmal in einer Sprintwertung antreten können. Sagan hat gezeigt wie explosiv er ist, Garrens muss man auch auf der Rechnung haben, und Kittel wird sicherlich auch sein Glück versuchen. Eine ganze Menge schneller Jungs denen ich alle heute einen Etappensieg zutrauen würde.

Da sich Sieberg auf der ersten Etappe so stark vorn gezeigt hat und in den letzten Tagen einigermaßen entspannen konnte lege ich meinen Joker mal auf Greipel. Daher mein Tagestipp:

Greipel vor Cavendish vor Sagan vor Kittel.

Best Regards ;-)

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Letzter Tag auf Korsika

Montag 01 Juli 2013 um 21:38

Die Fernsehaufnahmen heute von der Tour waren einmal mehr eine Hommage an die Schönheit der Landschaft dieser Insel. Die Investitionen der Korsen in diesen Tourauftakt werden sich lohnen. Aber die 3. Etappe heute war eher nicht so wie ich es erwartet habe.

Ich habe unterschätzt, dass die Mannschaften der Gesamtklassementfahrer einem Ausreißer heute keine Chance geben wollten. Das Terrain war zwar wie geschaffen für fulminante Angriffe. Statt dessen konnte schon der erste einzelne Fahrer davon fahren und man hat großzügig noch vier weiteren Fahrern den Anschluss gewährt. Zustandegekommen war dadurch eine Ausreißergruppe die keine wirkliche Gefahr für die Gesamtklassementfahrer darstellte und die auch nicht die Qualität hatte wirklich durchzukommen. Aber die Gruppe hat gut zusammen gearbeitet und bis zum letzten Anstieg gemeinsame Sache gemacht. Erst dann zerfiel die Allianz. Aber dadurch war die Etappe bis zum letzten Anstieg relativ eintönig.

An dem letzen Anstieg wurde durch Radioshack, Belkin und Saxo die Nachführarbeit so gestaltet, dass ein Bardoneur keine Chance gehabt hätte. Gilbert und Co. haben sich zurückgehalten, was ich im Nachhinein recht schade fand.

Die Hatz des Feldes zeigt dann auch seine Wirkung, die Ausreißer ließen sich nach und nach vom Feld aufsaugen und so kam es mal wieder zum umvermeindlichen Massensprint nachdem nur 500 Meter vor dem Ziel Tom Dumoulin eingeholt wurde, der einen letzten Ausreißversuch unternommen hatte. Aber um Dumoulin einzuholen musste sich der Anfahrer von Sagan schon frühzeitig an die Spitze des Feldes setzen. Dadurch war Sagan zwar in einer aussichtsreichen Position, aber sein Anfahrer konnte nicht bis auf die Zielgrade durchhalten. Er war darauf angewiesen sich an die beiden an ihm vorbeiziehenden Orica - Fahrer, an zweite Position Simon Gerrans, anzuhängen. In der Hubschrauberposition konnte man dann sehr gut erkennen, wie gut die Zusammenarbeit bei den Aussies funktionierte. Gerrans ließ in der zweite Postion ein sogenanntes Sprinterloch zu seinem Anfahrer und nahm dann seine volle Geschwindigkeit auf. Deshalb konnte auch ein Sagan mit seinem unglaublichen Antritt ihn hier nicht mehr einholen. Gut, knapp genug war es noch, keine Frage ;-) Aber für Gerrans ein verdienter Sieg! Toll gemacht! Meinen herzlichen Glückwunsch dazu!

Noch ein Wort zum meinem Favoriten für diese Etappe, Phillip Gilbert. Auch er war bis 500 Meter vor dem Ziel noch in der ersten Gruppe dabei. Seine Ambitionen auf eine Etappensieg waren durchaus real. Aber in der Hubschrauberperspektive kann man gut erkennen, dass er durch die Kurven vor der Zieleinfahrt durch das Orica-Team eingeklemmt wird und nicht durchziehen kann um nach vorn durchzufahren. Schade! Das wäre auch nochmal sehr spannend geworden.

Morgen: Mannschaftszeitfahren in Nizza

Während die Zeitabstände in den vergangenen drei Tagen durch die Massenankünfte faktisch nicht verändert wurde, wird sich dies morgen ändern. Das Mannschaftszeitfahren ist bei den Fahrern nicht unbedingt beliebt, denn die Geschwindigkeit richtet sich nicht nach dem langsamsten Fahrer sondern nach dem Schnellsten ;-) Dementsprechend hat ist es eine harte Prüfung, auch wenn die Strecke nur 25 km lang ist. 

Die Zeitabstände werden trotzdem nicht sehr groß sein. Mein Tipp:

Sky gewinnt vor Quickstep, Saxo-Tinkoff und Radioshack.

Best Regards ;-)

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Tolle 2. Etappe

Montag 01 Juli 2013 um 10:09

Die Insel Korsika, die hier bei der Tour natürlich auch mehr als umfänglich dargestellt wird, bot für die zweite Etappe bereits ein Terrain, dass einige Überraschungen bot. Wenn die Tour im Norden Frankreichs startet ist die erste Tourwoche eigentlich immer von einigen aufeinanderfolgenden Sprinteretappen geprägt. Auf Korsika bietet sich die Gelegenheit bereits am zweiten Tag erste Kämpfe in den Bergen zu bestreiten. Und davon gab es gestern einige spannende Elemente zu sehen.

Das Gruppetto mit dem amtierenden Inhaber des Gelben Trikots war mit den anderen Sprinter schnell abgehängt. Daran kann man sehen, wie sehr die Männer mit den schnellen Beinen auf ihre eigentliche Aufgabe trainiert sind. Und auch, so wie ich es einer meiner Vorschau dargestellt hatte, haben einige Bardoneure versucht in den Bergen weg zu kommen. Ich dachte eher an Gilbert und hatte so jemanden wie Voeckler gar nicht mehr auf der Rechnung. Das der alte Recke in den Bergen immer noch gern angreift hätte ich nicht gedacht. Aber die Mannschaften, die für das Gesamtklassement fahren waren rechtzeitig zur Stelle. Sky, Radioshack und Cannondale haben in den Auffahrten zu den Bergen das Tempo steht so hoch gehalten, dass keiner wirklich wegfahren konnte.

Und wie ich vermutet hatte, wurde ein Angriff durch den letzten Anstieg ermöglicht, aus dem sich dann u.A. auch so jemand wie Chavanell abesetzen konnte. Auch jemand, der für so etwas bekannt ist, aber auch nicht direkt auf meiner Rechnung stand. Ich muss mir die Fahrer wohl nochmal genauer anschauen.

Um so glücklicher, dass es der Ausreißer, mit dem niemand gerechnet hatte, noch vor Sagan ins Ziel schaffte. Eine Sekunde! Das ist doch an Spannung nicht mehr zu überbieten. Da möge doch mal einer behaupten, Radsport sei nicht spannend ;-)

Vorschau auf die 3. Etappe: Ajaccio - Calvi

Mallorca-Fahrer kennen es. Man(n) will einen ruhigen GA 1 Tag machen und fährt von Arenal an der Küste entland. Man denkt, dort ist es schön flach. Und wenn man am Ende des Tages auf seinen Höhenmesser schaut hat man 1000 HM gemacht.

So ist es auch bei der heutigen Etappe, die von Süden Korsikas an der Küste entlang nach Norden führt. Es ist an keiner Stelle wirklich flach, ein Berg der Kat. 4, zwei der Kat. 3 und einer der Kat. 2 stehen außerdem noch im Weg. Nach dem ersten Berg (3.4 km mit 4,6 %) kommt es bei km 28,5 zu einer Sprintwertung. Je nachdem ob es Ausreißer gibt werden die Punkte dort aufgeteilt, ansonsten bei den Sprintern, die über diesen Berg noch gut drüber weggekommen sind. Ich sehe Sagan da unter den ersten.

Danach ist es für die Sprinter erstmal vorbei. Ein 7,5 km Anstieg mit 5,4% wird das Feld auseinander reißen. Auch weil, wie gesagt, es an keiner Stelle wirklich flach ist.

Kurz darauf geht es nochmal 2 km mit 6,4 % hoch und dann ziemlich hügelig weiter.

Nach 132 km gibt es dann nochmal 3,3 km mit 8,1 % Steigung. Ebenfalls so wie gestern kurz vor dem Ziel. Denn mit 145,5 km ist die Etappe relativ kurz. Ich kann mir daher vorstellen, dass Bardoneure heiß sind auf diese Etappe. Dazu gehören, wie wir gestern sehen konnten, auch Voeckler und Chavanel dazu. Aber natürlich auch mein heimlicher Favorit für solche Angriffe, Gilbert. Fraglich ist, wie stark dieser in die Teamstrategie eingebunden ist.

Die Fahrer des Gesamtklassements haben natürlich andere Ziele. Sie wollen mit der erste Gruppe reinkommen und keine Zeitabstände aufkommen zu lassen. Aber das Terrain ist tückisch. Man wird heute nicht sehen wer die Tour gewinnt, aber Fahrer des Gesamtklassements die heute abgehängt werden könnten zu den Verlierern zählen.

Ich bin für Angriff und Spannung. Daher mein Tagestipp:

Es wird schon früh Angriffe und Attacken geben, aber Mannschaften wie BMC, Radioshack, Cannondale und Sky werden das verhindern wollen. Daher werden die Sprinter schon schnell abgehängt. Zeitgerecht vor dem letzten Berg wird ein Bardoneuer sein Glück versuchen und es wird schwer für die Mannschaften ihn wieder einzuholen. Ich hoffe das er durchkommt.

Best Regards ;-)

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Was für ein Auftakt!

Samstag 29 Juni 2013 um 23:30

Was für ein Auftakt für ein Tour! Wie ich vermutet hatte waren alle Fahrer bis auf die Haarspitzen motiviert und entsprechend nervös. Trotzdem hielten sich die Anzahl der Stürze am Anfang in erfreulichen Grenzen. Das lag sicher auch daran, dass bereits die erste Gruppe fahren gelassen wurde, und sich dadurch im Feld ein wenig Ruhe eingestellt hat.

Hecktisch wurde es erst wieder als es in Rtg. Ziel ging und die Ausreißer wieder eingeholt worden waren. Schade, schade, ich hätte gern ein spannendes Duell mit Andre Greipel gesehen. Umso ärgerlicher, dass dieser so kurz vor dem Ziel ein abgerissenes / abgebrochenes Schaltwerk hatte.

Ungewöhnlich auch die Situation mit dem Bus von Orcia im Ziel der Etappe. So etwas hat es bestimmt noch nicht gegeben. Und durch die Hektik die darauf hin entstand ist sicherlich bei den Fahrern eine entsprechende Unsicherheit entstanden.

Der Zielsprint war dann eine tolle Leistung von Marcel Kittel, den ich zwar relativ weit vorn gesehen habe, aber gegen Cavendish und Greipel keine Chance eingeräumt hätte. Auch, weil Greipel mit Sieberg über den besseren Anfahrer verfügt. Sieberg war auch vorn drin, wusste aber offensichtlich nicht, dass sein Kapitän einen Defekt hatte. Im Zielsprint schaute er sich immer wieder um und suchte nach Greipel. Wenn er gewusst hätte, was passiert war, wäre er sicherlich auf eigene Rechnung gefahren. 

Kittel hat sich recht weit nach vorn durchfahren lassen, aber ich hatte den Eindruck, dass sein Anfahrer fast noch zu früh rausgegangen war. Auch war Kittel sehr weit nach links von den anderen Fahrern abgesetzt. Das senkt zwar das Sturzrisiko, sorgt aber auch dafür, dass er recht lange im Wind fahren muss, und nicht so gut Maximalgeschwindigkeit aufnehmen kann. Trotzdem herzlichen Glückwunsch dass er sich gegen den Katjusha-Fahrer hat durchsetzen können, der zumindest auf einem deutschen Canyon-Bike unterwegs war. Also im weiteren Sinne eigentlich ein deutscher Doppelsieg ;-)

Vorschau auf die 2. Etappe: Bastia - Ajaccio

Kittel wird zwar auf der zweiten Etappe im gelben Trikot starten, aber ich glaube nicht, dass er es am Ende des Tages noch tragen wird. Die zweite Etappe hat es nämlich in sich!

Los geht es in Bastia, dem Zielort der ersten Etappe. Am Anfang ist es noch recht flach, das Peloton hat also einige Zeit eine Fluchtgruppe zu testen und zuzulassen. Mich würde es wundern, wenn es diesmal wieder so schnell geht, wie bei der ersten Etappe. Denn bei Kilometer 33 kommt es zu einer Sprintwertung. Ich kann mir vorstellen, dass die Sprinterteams versuchen werden das Feld vorher zusammen zu halten, um nach dem Desaster heute, Lotto Beliso, Sky und Cannondale die Chance zu geben, um die Sprinterpunkte zu fahren, und sie nicht einem Ausreißer zu überlassen.

Danach ist die Zeit der Sprinter für diesen Tag vorbei sein, denn nach 45 km geht es schon langsam hoch, und schließlich bis km 70 zum ersten Kat 3 Berg (6,6 km bei ca. 4,6 %). Wenn dort das Feld noch halbwegs zusammen fährt, wird es spätestens an den darauf folgenden Kat. 3 und Kat.2 Berg auseinander gefahren werden. 

Hier werden sich die Kandidaten für das Gesamtklassement das erste mal belauern und schauen, ob irgendjemand eine Schwäche zeigt. Die Sprinter werden sich am Ende des Pelotons wiederfinden. Sie müssen auf die nächste Gelegenheit warten. Aber es bieten sich noch viele dafür.

An der langen über 30 km langen Abfahrt werden die Gruppen wieder zusammenfahren. Gute Abfahrer sind hier im Vorteil. Ob die Sprinter hier wieder anschließen können? Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Aber es besteht die Möglichkeit dass ein kämpferischer Fahrer, der gut über Berge kommt, hier versucht nochmal weg zu kommen. Ich denke da an so jemand wie Gilbert oder Joaquim Rodriguez. Gerade Rodriguez hätte mit seinen Fähigkeiten den letzten Berg schnell hochzufahren gute Chancen auf einen Tagessieg.

Denn 12 km vor dem Ziel geht es nochmal mit fast 9 % für einen Kilometer hoch. Das könnte das Feld nochmal auseinander reißen und den Massensprint verhindern. Und wenn bis dahin ein Fahrer vorn ist und am letzten Berg keine Zeit verliert, könnte er die letzten 12 km durchhalten und einen Alleinsieg einfahren.

Für diese Etappe eine Prognose abzugeben ist recht schwierig. Denn nach der ersten Etappe heute kann man Stärken und Schwächen der Fahrer noch nicht erkennen. Es ist daher genauso gut möglich, dass eine Spitzengruppe zusammen bleibt und im Ziel die Gruppen nur wenige Sekunden auseinander liegen werden.

Ich hoffe auf das erste Szenario, denn das ist sicherlich spannender ;-)

Mein Fazit: Auf jeden Fall wird ein neuer Fahrer das Gelbe Trikot übernehmen. Und es wird jemand sein, der nicht zu den Favoriten gehört. Ich tippe auf so jemanden wie Gilbert oder Rodriguez. Die Gruppe mit den Favoriten wird unmittelbar darauf geschlossen mit der gleichen Zeit einfahren.

Ich bin gespannt!

Best Regards ;-)

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Tour de France 2013

Freitag 28 Juni 2013 um 23:00

Es ist wieder so weit. Das größte Radrennen der Welt beginnt! Die Tour de France 2013. Es ist die 100. Tour de France, die in diesem Jahr ausgetragen wird. 

Ein Kollege fragte mich in den vergangenen Tagen, ob ich nach all den Doping-Skandalen überhaupt noch Lust hätte mir dieses Spektakel anzuschauen. Das kann ich zu 100 Prozent bejahen. Heute gab es einen Artikel auf Spiegel Online, der ziemlich genau beschreibt, wie es auch mir damit geht.

Ich würde auch genauso gern wieder die Olympischen Spiele im Fernsehen anschauen, obwohl ich auch dort weiß, dass der eine oder andere Athlet mit unlauteren Mitteln gearbeitet hat. Das bedeutet nicht, dass ich Doping gut heiße, im Gegenteil. Ich denke, dass ein solcher Betrug an den anderen Fahrern eine riesige Schweinerei ist. Aber ich bin auch so realistisch, dass ich mir gut vorstellen kann, dass die Verlockungen des Geldes zu groß sein kann.

Ich freue mich sehr auf die nächsten drei Wochen, auf die Berichte im Fernsehen, auf die Bilder der Landschaft vom Hubschrauber aus, auf die Massensprints, auf die Duelle in den Bergen, auf die taktischen Spielchen der Manschaften gegeneinander und miteinander. 

Etappenanalysen

Auch in diesem Jahr werde ich ausgehend von den sich Tag für Tag verändernden Situationen meine Etappenanalysen hier aufschreiben und werde versuchen vorherzusehen, wer die jeweilige Etappe gewinnt. Ich habe mal damit angefangen, weil es im Internet Gewinnspiele gab, bei denen es die Möglichkeit gab etwas zu gewinnen, wenn man den richtigen Tipp abgegeben hat. Mittlerweile finde ich die taktischen Spiele und die Beobachtung der Fahrer und das Verhalten der Mannschaften so spannend, dass ich auch weiterhin solche Analysen machen werde, obwohl es keine Gewinnspiele mehr gibt. Genauso wie letztes Jahr werde ich die hier veröffentlichen.

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Google Analytics gelöscht

Montag 17 Juni 2013 um 20:15

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Webseite,

der anhaltende Spionage-Skandal um das US Überwachungsprogramm Prism hat mich sehr erschüttert. Ich habe kein Verständnis dafür, dass eine Regierung dieser Welt aus Präventivgründen die private Kommunikation einer unbestimmten Menge an Personen, die auf dieser Welt leben, durchsuchen, durchleuchten oder sonst irgendwie zur Kenntnis nehmen, speichern, auswerten und durchlesen. Das ist vergleichbar einer Situation, in der in meiner Abwesenheit jemand in meine Wohnung eindringt, meine Sachen durchsucht, und dann wieder verschwindet, ohne mich darüber zu informieren. Und dabei spielt auch keine Rolle, ob ich etwas zu verbergen habe oder nicht.

Natürlich bin ich nicht weltfremd. Um Straftaten zu verfolgen ist das erforderlich. Dafür gibt es dann eine gesetzliche Ermächtigung, eine richterliche Überprüfung, und vor allen Dingen, erfährt die Zielperson nach dem Abschluss der Maßnahme davon und kann diese überprüfen lassen wenn er Zweifel an der Rechtmäßigkeit hat. Und es muss VORHER mindestens ein Anfangsverdacht vorliegen, bzw. in den meisten Fällen ist sogar ein dringender Tatverdacht erforderlich. Und der liegt nur dann vor, wenn nach Beurteilung der Umstände des Einzelfalls der Verdacht so konkret ist, dass es sich um den Täter einer STRAFTAT handeln könnte.

Aber über diese in allen demokratischen Ländern gültigen Regeln setzt man sich einfach drüber weg. Und das wird angeordnet von einer Person, die ohne ein schlechtes Gewissen zu zeigen den Friedensnobelpreis entgegen genommen hat.

Dafür habe ich keinerlei Verständnis und ich habe für die handelden Personen auch nicht einen Funken Verständnis.

Auch glaube ich, dass das, was bisher bekannt geworden ist, nur die Spitze des Eisbergs ist. Und die Schlagzeilen des heutigen Morgens bestätigen mich in dieser Annahme.

Aus meiner Sicht ist es aber nicht richtig nur diesen Standpunkt zu vertreten und ansonsten so weiter zu machen wie bisher. Man sollte unter dem Eindruck dieser Lage auch sein eigenes Tun prüfen. Natürlich muss man das mit einem gesunden Mißtrauen tun und nicht mit paranoiden Anwandlungen. 

Ich werde also weiterhin das Internet nutzen und auch Emails schreiben. Aber ich habe meinen Browser so eingestellt, dass ich KEINE Cookies mehr speichere. Und entgegen alle Erwartungen sind alle Webseiten die ich regelmäßig nutze, weiterhin verwendbar. Teilweise ist es sogar angenehm. Ich bekomme nicht Tagelang Schuhe angezeigt nur weil ich mir auf Zalando mal was angesehen habe.

Ich benutze nicht mehr Google, sondern die Suchmaschine DuckDuckGo. Und ich kann mit den Ergebnissen genausogut leben wie mit den Suchergebnissen des Branchenprimus, der versucht genau zu protokollieren was ich tue um es den amerikanischen NSA zur Verfügung zu stellen.

Ich schaue mit gerade Twitter an und was und welche Daten ich dort speichere. Ich werde den Account vermutlich schließen. Facebook und Co. nutze ich sowieso nicht. Mir war schon immer unheimlich was dort alles gesammelt wurde. Und die Veränderung der Nutzungsbedingungen, die die Nutzung von Decknamen ausschlossen, erscheinen im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen in einem ganz neuen Licht.

Ich kann von niemanden verlangen dies auch so zu sehen wie ich. Aber vielleicht sollte jeder mal darüber nachdenken. 

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Ich habe bisher Google Analytics auf meiner Webseite genutzt. Das stand so bisher auch in meinem Impressum. In erster Linie weil es für mich spannend war zu sehen, woher die Besucher kamen und welche Themen am meisten gelesen wurden. Aber auch darauf kann ich verzichten, wenn ich überlege, welche Möglichkeiten ich Google damit an die Hand gebe. Ob die Daten der vergangenen Monate wirklich gelöscht worden sind, so wie es auf der Webseite geschrieben steht, glaube ich nicht. Aber zumindest kommen keine neuen dazu ;-)

Best Regards

Andi

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Nudeln for Franzi

Samstag 18 Mai 2013 um 00:30

Wenn man irgendwo auf der Welt unterwegs ist, fehlen einem manchmal die banalsten Dinge. Und wenn es sich bei einem dieser Dinge um ein leckeres Gericht aus der Heimat handelt, so wird es irgendwann zu einem kulinarischen Kleinod, dass, umso weniger erreichbarer, umso köstlicher erscheint. 

Sollte es sich dabei um so etwas wie Nudeln mit Tomatensoße handeln, kann man durchatmen, denn die kann man leicht und schnell selbst machen. Selbst wenn einem dazu keine besonderen Hilfsmittel zur Verfügung. Man benötigt nicht unbedingt ein Rührgerät oder eine Küchenmaschine. Was man aber zwingend braucht ist ein Nudelholz, eine Gabel und ein gutes Messer. Und natürlich sein Hände ;-)

Hier die Zutaten, und dann gehts los ...

Für den Nudelteig:
Pro Portion für eine Person jeweils 100 gr. Mehl (Nudel oder Spätzle-Mehl wäre natürlich ideal, aber es geht auch schnödes 405er), ein Vollei, jeweils pro Portion zusätzlich ein Eigelb. Pro Portion einen halben Esslöffel Olivenöl. Ein wenig Salz, und, wenn man den Teig schon gelb machen will, ein wenig Cucuma. 

Für die Tomatengrundsoße:
Ein Kilo Tomaten,  Eine Basilikumpflanze, ein großes Bund Oregano, ein wenig Rosmarin, Salz, Pfeffer, zwei bis drei kleine Zwiebeln, zwei bis drei Zehen Knoblauch, Olivenöl.

nudeln/IMAG0518.jpg

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