Youngtimer - Einzelheiten zum Motor des 260 E

Dienstag 18 Februar 2014 um 14:31

Von den Modellen des Typs W124 wurde neben dem T-Model der 260 E als Limousine mit am wenigsten verkauft. Die Gründe dafür liegen sicherlich daran, dass er trotz weniger Leistung fast genauso viel verbrauchte, wie sein großer Bruder 300 E und auch in den Unterhaltskosten nicht wirklich günstiger war. Trotzdem hat der Motor einige Vorteile und wurde daher in der Langlimousine und im T-Model oft gefahren. Im CE wurde er nicht angeboten, aber gerade dort hätte ich dem Motor einige Chancen eingeräumt.

Hier mal eine Bestandsaufnahme zum Motor des Mercedes Benz - 260 E, 2,6 Ltr., 160 PS und was mich dazu gebracht hat, sich für meinen Youngtimer für diesen Motor zu entscheiden.

Der 2,6 Ltr. Sechszylinger wurde im Rahmen des Motor-Modernisierungsprogramms von Mercedes im Jahr 1984 eingeführt. Er wurde als Nachfolger des 2,5 Ltr. Vergasermotors konstruiert und wies vergleichbare Konstruktionsvorgaben wie die bekannten Dieselmotoren von Mercedes auf. Es handelt sich um einen Reihensechszylinder mit einer kettengetriebenen Nockenwelle, die zwei leicht V-förmig angeordnete Ventile betätigte, die über einen automatischen Ventilspielausgleich (Hydrostößel) verfügen.

Steuerkette ?

Ja, Steuerkette! Ein Wechsel, wie bei einem Motor mit Zahnriemen ist hier nicht erforderlich. Und die Steuerkette ist auch so stabil, dass sie eigentlich im Leben des Motors nicht gewechselt werden muss. Es handelt sich auch um einen Einfachkette, und nicht so, wie in vielen Internet-Foren beschrieben um eine Doppelkette. Da wäre im Motorraum bald kein Platz mehr, weil der Motor ja längs eingebaut ist. Die Kette wird durch einen Kettenspanner straff gehalten und läuft quasi permanent im Ölbad. Daher ist der Verschleiß sehr gering. Sie längt nur sehr wenig aus. Die Längung wird in der Regel durch den Kettenspanner ausgeglichen.

Es gibt aber immer Gründe, warum die Steuerkette doch mehr beansprucht worden ist. Ölverlust, Belastungen auf dem Ventilspiel, etc. Dann kann so eine Steuerkette natürlich auch reißen. Aber das passiert eigentlich sehr selten. Wenn doch, kann man sich getrost nach einem neuen Motor umsehen ...

Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen kamen bei der neuen Baureihe eine eletronische Zündung und eine KE-Jetronic Einspritzung zum Einsatz. Daher auch das "E" für Einspritzer (aus dem später die "E-Klasse" wurde). In Verbindung mit einem Abgleichstecker ist es möglich, den Zündzeitpunkt zu verändern. So kann man unterschiedliche Qualitäten des Benzins damit fahren. Es ist sogar möglich, ihn damit auf Normalbenzin einzustellen. Aber das ist nicht sinnvoll, denn damit braucht der Motor auf jeden Fall mehr Benzin bei weniger Leistung. Aber mittlerweile bekommt man ja so gut wie kein Normalbenzin an den Tankstellen. 

In den ersten Jahren nach der Einführung 1984 gab es mit dem Motor einige Probleme. Die Nockenwellen liefen ein und die ADAC Pannenstatistik führte div. Probleme mit der Zündanlage und der Steuerung der Kraftstoffpumpe auf. Der Motor wurde daher 1988/89 überarbeitet. 

Dadurch wurde der Motor nahezu fehlerfrei und entwickelte sich zu einem der langlebigsten Motoren die Mercedes je gebaut hat. Für die lange Lebensdauer war auch verantwortlich, dass der Motor über keine "leistungssteigernden" Einbauten, wie eine Nockenwellenverstellung oder einem Turbolader verfügte. Das war erst der zweiten Version des Nachfolgemotors vorbehalten.

Wenn man diesen Motor fährt merkt man, dass es die von modernen Motoren bekannten abfallenden Leistungskurven nicht gibt. Tritt mann auf der Autobahn drauf zieht er sehr gleichbleibend bis zur Höchstgeschwindigkeit durch. Legendär ist auch die Laufruhe dieses Motors. Dieser Sechszylinder ist einer der laufruhigsten Motoren die je gebaut wurden.

Der 2.6 Ltr. war als Lückenfüller zwischen dem 2.3 Ltr. Vierzylinder und dem 3.0 Ltr. Sechszylinder geplant. Bedingt durch seine Bauart verbrauchte er aber nicht viel weniger Benzin und war auch sonst in den Unterhaltungskosten dem 300 E vergleichbar. Derjenige, der einen Sechszylinder haben wollte griff daher durchaus zu dem nur wenig teureren großen Bruder. Außerdem war der Motor für eine Karosse mit 1,4 t. Leergewicht nicht unbedingt als "Sportler" ausgelegt. Der W124 eignet sich mit diesem Motor eher als Cruiser und für zügige Autobahnfahrten.

Warum dieser Motor?

Als ich mit meiner Suche nach einem Youngtimer anfing dachte ich noch konkret an einen 190er (Typ w201)und nicht an den w124. Der 2,6 Ltr. wurde auch im 190er verbaut, was dieses Auto zu einem schnellen Wagen mit sehr guten Fahrleistungen bei moderaten Verbrauch machte. Aber die 190er mit dieser Maschine haben entweder viel Kilometer auf der Uhr oder waren von der Karosse her abgerockt. Gleichwohl fand ich aber den Motor sehr interessant, und nach einer eingehenderen Beschäftigung mit dem w124 hatte ich die Hoffnung, dass der Wagen mit diesem Motor nicht so gejagt worden ist, denn er ist wie gesagt besser zum Cruisen als denn zum Sprinten geeignet.

Ich wusste auf jeden Fall, dass es ein Motor der Baujahre nach 1988 sein sollte, weil er ab da sehr ausgereift und langlebig ist. Und er sollte unter 200tausend Kilometer runter haben. Im w124 wurde der Motor nur bis ca. 1993 gebaut. Mit der Modellpflege 2 und der Einführung der Vierventiltechnik ließ man den 260 E zugunsten des 280 E sterben. Der Motor wurde aber auch nach 1993 noch sowohl in der Langversion wie auch bei den 4-Matic-Modellen eingebaut. Mein Sternkreuzer ist Bj 09/92, und damit gehört er wohl zu den letzten 2,6, Ltr. Motoren, die in der Limousine verbaut worden sind.

Mit dem Spritverbrauch von bis zu 12 Ltr. liegt er ca. 1 Liter unter dem 300 E und ist mit Kaltlaufregler bei 191 Euro Steuern. Einen 260 E mit einer nicht alltäglichen Farbe, möglichst Rot, war daher irgendwann das Fahrzeug, auf das ich mich konzentrierte. Und wie man zuvor schon gelesen hat, habe ich ihn auch gefunden ;-)

Best Regards

Andi

Ein Kommentar

Wolfgang

Wolfgang - 20-02-’14 10:45

Wo weisst Du sowas eigentlich alles her?

Schreibe einen Kommentar

required
Hier Klicken zum Verändern

Auf dieser Seite werden die Kommentare moderiert.
Das bedeutet, dass die Kommentare erst dann veröffentlicht werden, wenn sie freigeschaltet wurden.

Persönliche Informationen speichern?
Hinweis: Alle HTML-Tags außer <b> und <i> werden aus Deinem Kommentar entfernt. URLs oder Mailadressen werden automatisch umgewandelt.