Neue Etappe, gleiches Spiel

Freitag 12 Juli 2013 um 10:19

Es ist schon unglaublich! Niemand hätte sicherlich damit gerechnet, dass ausgerechnet für die deutschen Fahrer die 100. Tour de France so viel Erfolg bringen würde.

Wie ich vermutet hatte wurde eine Ausreißergruppe früh weggelassen und zeitgerecht wieder eingeholt. Meine Hochachtung an Antonio Flecha, der zum wiederholten Mal in einer Außerreißergruppe zu finden war. Aber die Etappe war nicht dazu geeignet Ausreißern auch nur den Hauch einer Chance zu lassen. Demensprechend konnte sich das Sky-Team auch gut zurückhalten, denn die Sprintermannschaften waren schnell dabei die Nachführarbeit zu leisten.

Pech für Andre Greipel, aber ein Sturz in so einem Gedränge kann immer passieren. Er kann eigentlich froh sein, dass er sich noch auf dem Rad halten konnte. Ewald Bosson Hagen hat sich dabei einen Schulterbruch zugezogen. Aber dadurch konnte Greipel nicht mehr in den Zielsprint eingreifen. Und das ist sicherlich insofern schlecht, weil Sagan dadurch in der Punktewertung immer unerreichbarer wird. Aber so ist dieser Sport nunmal, gerade beim Massensprint, Freud und Leid liegen sehr häufig ganz eng beieinander.

Um so unglaublicher der Sprint von Marcel Kittel, dem sogar der unterlegene Cavendish seinen Respekt zollte. Ich glaube, dass er durch diese Erfolge so euphorisch ist, dass er glaubt, ihn würde nichts mehr stoppen können. Dieses Selbstvertrauen trägt glaube ich nicht wenig zu seinen derzeitigen Erfolgen bei.

Am Rande sei noch zu erwähnen, dass mittlerweile der Hashtag #tdf bei Twitter mehr als 30.000 Nachrichten generiert. Die meisten sind aber nicht in deutscher Sprache. Ich hatte dabei ein kleiner Intermezzo mit der ARD-Redaktion (@ARDde), denen von einigen Twitterern mittlerweile die mangelnde Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorgehalten wird. (Auch von mir!) In den Antworten stellten sie dar, dass gerade auch in der beliebtesten Nachrichtensendung der ARD, den Tagesthemen, ein umfangreicher Bericht über die Zeitfahretappe gebracht worden ist. Es besteht also durchaus die Hoffnung, dass auch hier nach einer Veränderung des Radsports und eines progressiven Umgangs mit der Doping-Debatte und mit einem neuen, unbelasteten Fahrerfeld ein Umdenken statt findet. Schön wäre es, denn die Wiederholung der Etappe kam auf Eurosport leider erst um 00:45 Uhr.

Etappe 13: Tours - Saint Armand Montrond (173 km)

Auch die heutige Etappe ist wieder für die Sprintermannschaften interessant, wenn nicht wegen der Erschöpfung des Feldes ein Ausreißer durchkommt. Es gibt auf dem Weg zum Ziel eine Sprintprüfung und eine Bergwertung der Kat. 4. Aber das sollte für die Fahrer keine besondere Schwierigkeit darstellen. Kurz vor dem Ziel kommt nochmal ein kleiner Hügel, der geeignet ist einem kämpferischen Fahrer die Möglichkeit zu bieten, dort nochmal vom Feld weg zu kommen.

Ich vermute, dass auch heute wieder schnell eine Fluchtgruppe weggelassen wird, die man an der langen Leine hält. Die Etappe heute wird langsamer sein, den Durchschnitt von 50 km/h für die erste Rennstunde wird man heute nicht erreichen. Aber die Ausreißer werden zeitgerecht wieder eingeholt. Auch heute gibt es ein Massensprint-Finale, geschweige denn ....

Es besteht die Möglichkeit dass kurz vor dem Ziel ein Badoneur wie Chavanell, Gilber, Voeckler oder auch Jens Voigt, nochmal einen Ausreißversuch unternehmen wird. Aber das wird nur passieren, wenn die Sprintermannschaften das Tempo nicht hoch genug halten können.

Schön wäre das schon und vor allen Dingen sehr spannend, aber ich vermute, dass die Sprintermannschaften dies nicht zulassen werden.

Und der Zieleinlauf? Es gibt schon einige die spekulieren auf einen Generationswechsel und sehen Kittel als den neuen Favoriten auf der Zielgerade. Aber man sollte Cavendish nicht unterschätzen. Der Mann ist erst 28 Jahre alt. Er ist zwar offensichtlich in diesem Jahr nicht so explosiv wie in der Vergangenheit, aber abschreiben sollte man ihn nicht. Sagan hat klar das grüne Trikot im Visier. Wenn sich nicht die absolute Gelegenheit bieten wird, peilt er wieder einen dritten oder vierten Platz an, der ihm genügend Punkte einbringt, er aber nicht seine Kraft verpulvern muss. Greipel, eigentlich aus meiner Sicht der stärkste Sprinter sollte auch wieder vorn mitmischen. Also tippe ich mal:

Cavendish vor Greipel und Kittel, dann Sagan.

Best Regards

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