... und weiter gehts ...

Dienstag 09 Juli 2013 um 10:11

Am vergangenen Wochenende war ich nicht nur von der außergewöhnlichen Leistung Froomes beeindruckt, sondern habe das gute Wetter genutzt selbst eine ganze Menge zu fahren. Daher schiebe ich meinen Artikel heute nach.

Froome! Was für ein außergewöhnlicher Radfahrer er ist, hat er bereits im vergangenen Jahr zeigen können, als bei einigen Etappen deutlich wurde, dass er eigentlich der stärkere Fahrer war als Wiggins. Und dieses Jahr? Die letzte Etappe von Saint-Girons nach Bagnères-de-Bigorre war zwar nicht lang, hatte es aber in sich. Wie ich ja geschrieben hatte bedeuted die Übernahme des gelben Trikots auch, dass die gegnerischen Mannschaften die Jagd eröffnen. Und da auf der Etappe nach Ax3-Domaines Froome seine Mannschaft ziemlich verschliessen hatte war klar, dass die anderen Mannschaften versuchen würden, ihn bei dieser Etappe von seinen Leute zu isolieren. Und das ist auch eindrucksvoll gelungen, nicht nur weil Ritchie Porte von der Vortagesleistung noch total platt war, sondern auch, weil die anderen Mannschaften unbewusst gut zusammen gearbeitet haben.

Was bedeutet das? Froome hatte den anderen Anwärtern auf das Gesamtklassement eine ganze Menge Zeit abgenommen. Contador allein 1:51 Min./Sek. Um den Abstand zu verkürzen versuchen die Mannschaften sich an die Spitze des Feldes zu stellen, und immer wieder das Tempo zu erhöhen und wieder zu verlangsamen. Dieses Schnell-Langsam macht mürbe. So versuchen Sie den derzeit Gesamtführenden platt zu fahren, um ihm die am Vortag gewonnene Zeit am letzten Schlussanstieg wieder abzunehmen. Die Attacken fahren dabei die Fahrer und Helfer, nicht die anderen Leader selbst. So können sie einen ruhigen, gleichmäßigen Tag haben und dabei Kräfte sparen, während ihre Leute die Arbeit erledigen.

Normalerweise braucht es dann eine gute Mannschaft des Gesamtführenden, denn seine Leute müssen die Attacken immer mitgehen und die Ausreißer wieder zurückholen. Aber Froomes Leute waren noch platt vom Vortag, so dass er in der heißen Phase des Rennens schnell von seinen Leuten isoliert war und alle Attacken allein mitgehen musste. Das kostet aber unendlich viel Kraft! Aber hier hat Froome seine Klasse bewiesen, er konnte alles selbst parieren und kam mit der Hauptgruppe, in dem sich auch die anderen Leader der Mannschaften befanden, ins Ziel. Eine unglaubliche Leistung wenn man sieht, dass sein bester Helfer, Ritchie Porte, über 17 Minuten auf den Sieger verloren hatte.

Und auch ein sehr schönes Beispiel wie sehr Radfahren eine Mannschaftssportart ist.

Dann kam der Ruhetag mit den unvermeidlichen Fragen, auch nach Doping, denn diese Leistung war schon sehr außergewöhnlich.

Etappe 10: Saint Gildas des Bois nach Saint Malo (197 km)

Heute wird es nicht schwer werden, das gelbe Trikot zu verteidigen. Denn der Kurs dieser Etappe ist zwar recht wellig, aber insgesamt doch eher Flach. Also ein Tag für die Sprinter

Es gibt nur einen wirklichen Anstieg der Kat. 4. Aber es geht immer hoch und runter. Auch das kann ziemlich mürbe machen. Mittlerweile sollte klar sein, wer von den Spitzenfahrern nicht mehr für die Top 10 in Frage kommt. Und dies wäre ein gutes Terrain für einen solchen Fahrer auf Etappenjagd zu gehen. Er muss sich nur gegen die Sprintermannschaften durchsetzen.

Ich vermute, dass man sehr schnell eine Außerreißergruppe wegfahren lässt, aber man wird sich die Fahrer genau anschauen. Wenn kein Fahrer darunter ist, der von der Plazierung dem Gesamtführenden gefährlich werden kann, wird sich das Feld beruhigen und einen lockeren Tag machen. Zum Schluss werden sich die Sprintermannschaften, die auf einen Tagessieg hoffen, an die Spitze setzen und versuchen ihren Mann durchzubringen. Die Außerreißer werden zeitgerecht eingeholt und es wird einen Massensprint einer größeren Gruppe geben. Sagan, Greipel, Kittel und Cavendish wären die richtigen Kandidaten, aber ich habe bisher noch kein wirklichen Angriff von Gilbert gesehen. Es könnte sein, dass er sich seine Kraft für diese Etappe aufgehoben hat, und versucht als Ausreißer weg zu kommen. Aber auch Voeckler und Chavanell sind Kandidaten für so eine Etappe. Ein Angriff auf das Gelbe wird es nicht geben, das geht erst zum Ende der Woche in den Alpen wieder los.

Also, daher mein Tipp:

Eine Ausreißergruppe wird wieder einholt und es kommt zu einem Zielsprint des Pelotons mit den üblichen Verdächtigen. Aber auch Kandidaten wie Gilbert, Chavanell, Voeckler haben eine Chance, wenn sie als Ausreißer durchkommen. Wünschen würde ich mir Gilbert, aus patriotischen Gründen setze ich auf Greipel ... und gewinnen wird Cavendish ;-)

Best Regards