Letzter Tag auf Korsika

Montag 01 Juli 2013 um 21:38

Die Fernsehaufnahmen heute von der Tour waren einmal mehr eine Hommage an die Schönheit der Landschaft dieser Insel. Die Investitionen der Korsen in diesen Tourauftakt werden sich lohnen. Aber die 3. Etappe heute war eher nicht so wie ich es erwartet habe.

Ich habe unterschätzt, dass die Mannschaften der Gesamtklassementfahrer einem Ausreißer heute keine Chance geben wollten. Das Terrain war zwar wie geschaffen für fulminante Angriffe. Statt dessen konnte schon der erste einzelne Fahrer davon fahren und man hat großzügig noch vier weiteren Fahrern den Anschluss gewährt. Zustandegekommen war dadurch eine Ausreißergruppe die keine wirkliche Gefahr für die Gesamtklassementfahrer darstellte und die auch nicht die Qualität hatte wirklich durchzukommen. Aber die Gruppe hat gut zusammen gearbeitet und bis zum letzten Anstieg gemeinsame Sache gemacht. Erst dann zerfiel die Allianz. Aber dadurch war die Etappe bis zum letzten Anstieg relativ eintönig.

An dem letzen Anstieg wurde durch Radioshack, Belkin und Saxo die Nachführarbeit so gestaltet, dass ein Bardoneur keine Chance gehabt hätte. Gilbert und Co. haben sich zurückgehalten, was ich im Nachhinein recht schade fand.

Die Hatz des Feldes zeigt dann auch seine Wirkung, die Ausreißer ließen sich nach und nach vom Feld aufsaugen und so kam es mal wieder zum umvermeindlichen Massensprint nachdem nur 500 Meter vor dem Ziel Tom Dumoulin eingeholt wurde, der einen letzten Ausreißversuch unternommen hatte. Aber um Dumoulin einzuholen musste sich der Anfahrer von Sagan schon frühzeitig an die Spitze des Feldes setzen. Dadurch war Sagan zwar in einer aussichtsreichen Position, aber sein Anfahrer konnte nicht bis auf die Zielgrade durchhalten. Er war darauf angewiesen sich an die beiden an ihm vorbeiziehenden Orica - Fahrer, an zweite Position Simon Gerrans, anzuhängen. In der Hubschrauberposition konnte man dann sehr gut erkennen, wie gut die Zusammenarbeit bei den Aussies funktionierte. Gerrans ließ in der zweite Postion ein sogenanntes Sprinterloch zu seinem Anfahrer und nahm dann seine volle Geschwindigkeit auf. Deshalb konnte auch ein Sagan mit seinem unglaublichen Antritt ihn hier nicht mehr einholen. Gut, knapp genug war es noch, keine Frage ;-) Aber für Gerrans ein verdienter Sieg! Toll gemacht! Meinen herzlichen Glückwunsch dazu!

Noch ein Wort zum meinem Favoriten für diese Etappe, Phillip Gilbert. Auch er war bis 500 Meter vor dem Ziel noch in der ersten Gruppe dabei. Seine Ambitionen auf eine Etappensieg waren durchaus real. Aber in der Hubschrauberperspektive kann man gut erkennen, dass er durch die Kurven vor der Zieleinfahrt durch das Orica-Team eingeklemmt wird und nicht durchziehen kann um nach vorn durchzufahren. Schade! Das wäre auch nochmal sehr spannend geworden.

Morgen: Mannschaftszeitfahren in Nizza

Während die Zeitabstände in den vergangenen drei Tagen durch die Massenankünfte faktisch nicht verändert wurde, wird sich dies morgen ändern. Das Mannschaftszeitfahren ist bei den Fahrern nicht unbedingt beliebt, denn die Geschwindigkeit richtet sich nicht nach dem langsamsten Fahrer sondern nach dem Schnellsten ;-) Dementsprechend hat ist es eine harte Prüfung, auch wenn die Strecke nur 25 km lang ist. 

Die Zeitabstände werden trotzdem nicht sehr groß sein. Mein Tipp:

Sky gewinnt vor Quickstep, Saxo-Tinkoff und Radioshack.

Best Regards ;-)

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