Nudeln for Franzi

Samstag 18 Mai 2013 um 00:30

Wenn man irgendwo auf der Welt unterwegs ist, fehlen einem manchmal die banalsten Dinge. Und wenn es sich bei einem dieser Dinge um ein leckeres Gericht aus der Heimat handelt, so wird es irgendwann zu einem kulinarischen Kleinod, dass, umso weniger erreichbarer, umso köstlicher erscheint. 

Sollte es sich dabei um so etwas wie Nudeln mit Tomatensoße handeln, kann man durchatmen, denn die kann man leicht und schnell selbst machen. Selbst wenn einem dazu keine besonderen Hilfsmittel zur Verfügung. Man benötigt nicht unbedingt ein Rührgerät oder eine Küchenmaschine. Was man aber zwingend braucht ist ein Nudelholz, eine Gabel und ein gutes Messer. Und natürlich sein Hände ;-)

Hier die Zutaten, und dann gehts los ...

Für den Nudelteig:
Pro Portion für eine Person jeweils 100 gr. Mehl (Nudel oder Spätzle-Mehl wäre natürlich ideal, aber es geht auch schnödes 405er), ein Vollei, jeweils pro Portion zusätzlich ein Eigelb. Pro Portion einen halben Esslöffel Olivenöl. Ein wenig Salz, und, wenn man den Teig schon gelb machen will, ein wenig Cucuma. 

Für die Tomatengrundsoße:
Ein Kilo Tomaten,  Eine Basilikumpflanze, ein großes Bund Oregano, ein wenig Rosmarin, Salz, Pfeffer, zwei bis drei kleine Zwiebeln, zwei bis drei Zehen Knoblauch, Olivenöl.

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Zunächst bereiten wir den Teig vor, weil er nach der Herstellung ohnehin mindestens eine halbe Stunde ruhen muss.

Also häufen wir das Mehl auf einer ebenen Fläche an und machen in der Mitte des Haufens eine Vertiefung. Das Vollei und das Eigelb geben wir zusammen mit etwas Olivenöl in eine Tasse und verquirlen es ein wenig. Um den Teig schon gelb zu bekommen kann man einen Teelöffel Cucuma mit dazugeben. Es geht aber auch ohne. Dann füllen wir das Loch in der Mitte des Mehlhaufens damit auf.

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Jetzt benutzt man die Gabel und rührt der Mehl vom Rand langsam in die Eimasse, so lange, bis immer mehr Mehl in die Masse kommt, und die Masse in der Mitte immer fester wird. Wenn die Masse genügend Festigkeit erreicht hat, bemehlt man sich die Hände und beginnt den Teig zu kneten. Wenn er noch zu feucht ist, einfach noch ein bisschen von dem Mehl noch dazunehmen.

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Jetzt wird der Teig geknetet, bis er geschmeidig wird. Wenn man kein Mehl mehr benötigt kann man dies von der Tischunterlage entfernen.

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Wenn der Teig schon geschmeidig ist wird er in Frischhaltefolie eingewickelt und mindestens eine halbe Stunde beiseite gelegt. Manche sagen, man solle den Teig in den Kühlschrank legen. Aber wenn er richtig eingewickelt ist, kann man ihn auch einfach irgendwo bei Zimmertemperatur lagern.

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Jetzt kann man schon beginnen ein Soßengrundrezept herzustellen.

Von der Tomatensoße kann man sich ruhig eine größere Menge anfertigen und dann den nicht mehr benötigten Rest einfrieren. Es ist gut immer ein wenig Grundsoße im Haus zu haben. Diese lässt sich mit allerhand Dingen (bspw. gekochten oder rohen Schicken, gebratener Hähnchenbrust oder ähnliches) sofort zu einer leckeren Nudelsoße erweitern.

Für die Soße sollte man zunächst die benötigten Zutaten zusammen schnippeln. Für ein Kilo Tomaten benötigt man  zwei bis drei kleine Zwiebeln, die fein gewürfelt werden.

Dazu die Zwiebeln häuten, längs durchschneiden, und mit der flachen Seite auf ein Schneidbrett legen. Die Blüte der Zwiebel nach links legen und dann von oben im Abstand von drei bis fünf Millimeter einschneiden. 

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Dann ein- zwei oder dreimal quer einschneiden. Dann von oben ebenfalls mit ein, zwei Millimeter Abstand schneiden. Übrig bleiben jetzt kleine Würfel. Nicht bis zur Blüte durchschneiden, denn die ist immer etwas bitter.

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Jetzt das Basilikum abpflücken und auf einem Schneidbrett zusammen drücken. Dann mit dem Messer klein schneiden. Es kann ruhig etwas feiner sein, also ggf. nochmal zusammendrücken und nochmal schneiden. Vorsicht mit den Fingerspitzen, diese nach innen nehmen und mit dem Messer an den Fingerknöcheln entlang gleiten lassen. So schneidet man sich nicht.

Basilikum

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Das gleiche mit dem Oregano

Oregano

Oregano fein geschnitten

Jetzt drei Knoblauch-Zehen abschälen und ebenfalls auf die gleiche Art klein schneiden.

Knoblauch

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Jetzt machen wir uns an die Tomaten. Wenn man sie bekommen kann sind Dosen-Tomaten die bessere Wahl. Sie sind aromatischer und bereits enthäutet. Natürlich kann man auch passierte Tomaten nehmen. Wenn sie nicht vorhanden sind, sondern nur frische Tomaten, werden diese mit einem scharfen Messer kreuzförmig eingeschnitten.

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Danach bringt man Wasser zum Kochen. Man legt die Tomaten in einen Topf und übergiesst sie mit dem fast noch kochenden Wasser. Nach zwei bis drei Minuten in dem Wasser kann man die Tomaten mit einer Gabel von der Blüte her aufspießen und die Haut abziehen. Wenn das noch nicht so leicht geht, die Tomaten noch ein wenig länger im Wasser lassen.

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Dann die Tomaten hälfteln oder vierteln und den Strunck herausschneiden.

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Jetzt in einem Topf Olivenöl erhitzen. Wenn man einen Rührlöffel aus Holz hat kann man sehr gut prüfen, ob das Öl heiß genug ist. Wenn man den Löffel in das Öl hält sollte an dieser Stelle kleine Bläschen aufsteigen. Dann ist es heiß genug.

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Jetzt  die Zwiebeln mit ein wenig Rosmarin und mit dem Knoblauch in dem Öl glasig anbraten.

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Dann die Tomaten dazugeben, kurz aufkochen lassen, dann die Flamme kleiner machen und langsam einkochen. Dabei immer wieder umrühren.

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Jetzt herzhaft Salz und Pfeffer dazugeben und weiter beim Umrühren einkochen. 

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Wenn sie genügend Flüssigkeit gebildet hat kann man die geschnittenen Kräuter dazu geben und weiter umrühren. Das ganze Abschmecken. Es sollte jetzt schon sehr italienisch schmecken ;-)

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... und schon ist die Grundsoße fertig ...

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Man kann beispielsweise gekochten Schinken kleinschneiden, in einer Pfanne anbraten, und die Tomatensoße dazugeben und einkochen. 

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Jetzt kümmern wir uns wieder um die Nudeln. Wir nehmen den Teig aus der Frischhaltefolie und schneten ihn ggf. ein wenig durch. Dann rollen wir ihn mit dem Nudelholz dünn aus.

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Wenn der Teig dünn ausgerollt ist, kann er in Stücke geschnitten werden. Dabei gibt es verschiedene Methoden. Man kann den Teig in schmale Streifen schneiden, wie Tagliatelle. Ich persönlich mag es, wenn ich den Teig einrolle und und schmale Scheiben schneide. Dann kann man das ein wenig auseinander ziehen und bekommt Nudelnester.

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So, nun braucht man die Nudeln nur noch in heißen Salzwasser ca. drei bis fünf Minuten kochen. Länger braucht man nicht, weil die Nudeln frisch sind.

Hier noch ein paar Impressionen, wie es aussehen kann, wenn es fertig ist.

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Guten Appetit !

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