Malle, leider .... kalt !?

Freitag 15 März 2013 um 23:35

Die letzten Tage waren leider geprägt durch viele Dinge die zu machen und zu durchdenken waren. Mir blieb keine Zeit mich auf mein Frühjahrstrainingslager zu freuen und alles vorzubereiten. Und so kam es, dass ich leider auch nicht mehr rechtzeitig einige wichtige Dinge erledigen konnte. Und die Freude darauf blieb leider auch auf der Strecke.

Aber jetzt bin ich hier, habe den ersten Tag schon hinter mir, und spüre dieses wohlige Gefühl  nach einem harten Trainingstag. Meine Beine kribbeln und ich fühle diese wohlige Schwere. Hier also der Bericht über eine Woche Mallorca mit viel Radfahren ;-)

In den letzten Tagen war viel zu tun und ich musste die ganze Zeit über eine wichtige Sache nachdenken. Deshalb bin ich überhaupt nicht dazu gekommen mich um meinen Mallorca-Urlaub zu kümmern, den ich in jedem Jahr mache.

Wie jedes Jahr um die gleiche Zeit fliege ich für einige Tage nach Mallorca zum Radfahren. Ich versuche zwar vorher einige Kilometer zu fahren, aber das hat dieses Jahr aus vielen Gründen, nicht zuletzt auch wegen des schlechten Wetters, gar nicht geklappt.

Ich wolle an meinem letzten Arbeitstag eigentlich spätestens um 16:00 Uhr zu Hause sein, aber auch das ging daneben. Kurz vor 20:00 Uhr war ich schließlich daheim. Ich räumte meine Wohnung noch auf und machte mich ans Packen. Trotzdem war ich erst kurz vor 12 im Bett. Aufstehen dann um 02:15 Uhr, Taxi und am Flughafen an den Schalter für das Web-Login. 

Web-Login ist eine tolle Sache, man kann sich vorher im Internet den Platz im Flieger aussuchen und ist am Schalter in 5 Minuten durch. Neben mir standen gut 150 genervte Urlauber und ich konnte den Neid spüren ;-)

Um 04:50 Uhr startete die Maschine, aber obwohl ich totmüde war konnte ich auf dem Flug nicht schlafen. 

Das schöne an Mallorca ist, dass man in knapp zwei Stunden dort ist. Ich musste auch nicht all zu lange auf den Bus warten und war schließlich um kurz vor acht an meinem Hotel. Ich hatte in den Tagen vor dem Flug auch nur sporadisch auf die Wettervorhersage geschaut, deshalb war ich ziemlich erstaunt, als bei der Ankunft am Flughafen nur 6 Grad Celsius waren. Es war ziemlich frostig. Aber das kenne ich von Malle schon. In dieser Jahreszeit ist es morgens noch ziemlich kalt, aber meistens wärmt die Sonne die Luft am Tage immer relativ schnell auf.

Normalerweise nehme ich für solche Kurztripps sehr billige Hotels, was in Arenal eigentlich zu dieser Jahreszeit auch kein Problem ist. Aber im letzten Jahr hatte ich ein ganz einfaches Hotel ohne Frühstück. Diesmal hatte ich ein wenig mehr ausgegeben. Und deshalb war ich angenehm überrascht als ich vor dem Mediterean Bay stand.

Das Hotel

Ich bezog mein Zimmer in der fünften Etage und machte mich auf den Weg, das von mir bestellte Rad abzuholen. Auch dort ging alles relativ problemlos. Ich hatte meine Pedalen und die Radschuhe mitgenommen, und so konnte ich mich um kurz vor zehn auf mein Rad setzen und wieder zum Hotel radeln.

Ich hatte mir ein Carbon-Rad bestellt und bekam ein Merida Scultura-Evo mit einer Dreifach-Ultegra.

Merida Scultura-Evo

Auf dem Rückweg zum Hotel fuhr ich noch bei meinem Lieblings-Radladen auf Malle vorbei und holte zwei Trinkflaschen.

Am Hotel zurück ließ ich mir noch die Unterbringung des Rades im Radkeller erläutern und war schließlich um viertel vor 11 wieder auf meinem Zimmer.

 Jetzt war ich so müde dass ich mich erstmal hinlegen musste, und ich schlief auch sofort ein. Gegen. 13:00 Uhr wurde ich wieder wach und machte mich für eine Eingewöhnungsrunde fertig.

Und so kam es, dass ich erst um 13:20 Uhr los kam.

Eine Runde an der Küstenstraße entlang sollte es für die Aklimatisierung sein. Aber es war immer noch ziemlich kalt. So richtig warme Sachen hatte ich nicht mitgenommen, aber ich hoffte, dass die Sonne reichen würde.

Ich fuhr aus Arenal hinaus hoch zum Funkfeuer. Gruppen in diese Richtung waren um diese Zeit natürlich nicht mehr unterwegs, alles nur Einzelfahrer, so wie ich auch. Egal, ich wusste ja, dass morgen Freunde von mir kommen, also konnte ich mich heute mal ein wenig treiben lassen und ein bisschen locker rollen.

Der Wind trieb mich die Küstenstraße entlang und so ging es relativ rasch immer so 34 - 38 km/h weiter Richtung Süden. Zwischendurch hängte sich ein andere Fahrer aus Wuppertal an mein Hinterrad. Wir sprachen kurz miteinander und fuhren so 10 km zusammen. Aber ich wollte nicht so schnell fahren, also ließ ich ihn fahren.

Irgendwann kam ich an die Stelle, an der man von der Küstenstraße das Meer sehen kann.

Endlich das Meer!

Aber es war immer noch ziemlich kalt! Deshalb fehlte auch der normalerweise typische Geruch nach frischen Pflanzen und dem Salz des Meeres.

Nach 45 km zwickte mich der Hunger. Ich war auf dem Weg Rtg. Santanyi, aber ich hatte keine Lust mir schon am ersten Tag einen Hunger-Ast zu fahren. Ich hatte mir noch nichts zu essen gekauft, also beschloss ich nach links in das Landesinnere abzubiegen. Gott sei Dank kenne ich diese ganzen Wege und eigenartigerweise, obwohl man nur eine Woche im Jahr dort ist, erkenne ich die Wege alle wieder.

Auf dem Weg Rtg. Felanitx sah ich die Gipfel des Tramonta-Gebirges. Ich hielt es zunächst für Wolken, aber beim Näherkommen sah ich, dass die Gipfel voller Schnee waren.

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Endlich war ich in Felanitx und mein Magen fing schon langsam an weh zu tun. Man kann sich gar nicht vorstellen wie gut so ein Bocadillo schmecken kann :-)

Als ich mit dem Essen fertig war zeigte die Uhr schon kurz nach drei, ich musste mich langsam beeilen.

Ich wählte für den Rückweg die direkte Strecke. Ich fuhr von Felanitx nach Porreres, jetzt leider mit einem kräftigen Gegenwind. Jetzt hätte ich gern jemand gehabt der mich zieht.

Die Strecke durch das Landesinnere führt über Porreres Rtg. Llucmajor. Dort ist eine sehr schon neu gemachte Straße die aber einige Rampen enthält. Das war das erste Mal, dass ich auf das kleine Kettenblatt schalten musste.

von Llucmajor wählte ich nicht den direkten Weg, sondern ich fuhr wieder Rtg. Küsten. Ich finde die Strecke bergab nach Arenal richtig gut. Sie führt ganz gerade runter und ich erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von fast 70 Km/h. Mehr war aber nicht drin. 

In Arenal war ich um 17:45 Uhr. Ich wollte noch zu meinem Fahrradverleih fahren. Im Laufe des Tages hatte ich gemerkt, dass man einen 13 cm langen Vorbau an meinem Rad montiert hatte. Dadurch musste ich mich ziemlich lang auf das Rad setzen und bei der Rückfahrt hatte ich schon Schmerzen im Rücken.

So klärte ich noch schnell, dass man mr morgen einen kurzen Vorbau montiert. 

Um 18:15 Uhr war ich wohlig erschöpft wieder auf meinem Zimmer. Ich hatte in der Zeit mit den Strecken in Arenal 109 km zurück gelegt. Das sollte für den ersten Tag reichen ;-)

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Ich war ziemlich durchgefroren. Ich hatte nicht damit gerechnet dass es so kalt sein würde. Schnee auf den Bergen hatte ich hier bisher erst einmal in all den Jahren gesehen. Die heiße Dusche war sehr angenehm, und danach ging es ins Tango-Steakhouse zum Abendessen.

Morgen kommen Jens und Timo und die Luxenburger, ich freue mich auf den morgigen Tag.

Best Regards

Andi