5. Etappe - von Rouen nach Saint Quentin

Donnerstag 05 Juli 2012 um 08:02

In der ersten Woche ändert sich noch nichts. Auch die heutigen Etappe ist flach wie ein Suppenteller. Auch heute wird unmittelbar nach dem Start versuchen eine Gruppe wegzukommen. Da es mit dem Einholen in den vergangenen Tagen keine Probleme gab wird man auch bereit ein, diese Gruppe wieder ein wenig ziehen zu lassen. Die Nachführarbeit wird sicherlich auch wieder eine Allianz zwischen Radioshak und den Sprinter-Teams sein.

Der Zwischensprint wird vermutlich auch wieder so verhalten angefahren werden wie gestern. Keiner der Fahrer will sich unnötig Laktat in die Beine holen.

Die Zielankunft wird wieder in einem Massensprint enden, bei dem es hoffentlich nicht wieder zu so einem Sturz wie gestern kommt. Wie man sehen konnte war es Lotto Belisol gut gelungen ihren Zug aufzubauen und Greipel war unschlagbar. Petacci war zwar an seinem Hinterrad, aber sobald er in den Wind ging verlor er an Geschwindigkeit. Ich glaube daher, dass Petacci auch heute keine Chancen haben wird. 

Wenn Cavendish heute bis in die Spitzengruppe hineinkommt wird er ein ernstzunehmender Gegner für Greipel werden. Aber ich setze heute nochmal auf Lotto Belisol. Daher mein Tipp: Greipel vor Cavendish, Goss, Farrar. Auch Sagan wird dort vorn wieder mit herumturnen um sich das Grüne Trikot zu erhalten. 

Best Regards ;-)

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4. Etappe - von Abbeville nach Rouen

Mittwoch 04 Juli 2012 um 14:37

Heute ist wieder ein Tag für die Sprinter. Es geht flach mit einigen kleineren Anstiegen an der Atlantik-Küste entlang. Hier wird wahrscheinlich eher der Wind das Problem sein. Vielleicht wird es das eine oder anderen Windkanten-Spielchen geben. Es wird sicherlich wieder eine Ausreißergruppe geben, die aber auch heute keine Chance bekommen wird, durchzukommen. Dazu ist der Abstand des Gelben Trikots zu seinen Verfolgern noch zu gering, und die Möglichkeit für Cancellara, das Trikot noch weiter zu tragen, zu groß.

Das bedeutet, dass die Mannschaft des Gelben Trikots irgendwann in die Nachführarbeit einsteigen muss, damit der Abstand zu der Führungsgruppe nicht zu groß wird. Vielleicht werden sich auch die Sprintermannschaften wie Lotto Belisol oder OricaGreenEdge an der Nachführarbeit beteiligen oder eine Allianz mit Ihnen bilden. Wir schauen dabei auch mal nach Katjusha, denn die haben neben Menchov für das Gesamtklassement mit Oscar Freire auch einen Sprinter mit, der gestern recht weit vorn mit dabei war.

Ich glaube, dass es am Zielort in Rouen wieder einen Massensprint geben wird. Ob Cavendish wieder so ein Glück hat und sich ohne Mannschaft so weit mit nach vorn schlängeln kann ist fraglich. Aber zutrauen würde ich es ihm. Wie die letzte Massenankunft gezeigt hat funktioniert der Zug von Lotto Belisol recht gut. Aber hat Greipel heute die Beine nachdem er bereits gestern mit in der Spitzengruppe mitgesprintet ist?

Orica GreenEdge traue ich einen gut vorbereiteten Sprint noch nicht zu, wenn dort Goss oder O'Grady mit vorn dabei sind, wären das eher Einzelleistungen der beiden.

Und dann ist da noch Peter Sagan, der mir mittlerweile ein wenig unheimlich wird. Ein Vergleich mit der explosiven Leistung von Ricardo Ricco sei gestattet, denn die Leichtigkeit, mit der er im richtigen Moment antritt ist schon beeindruckend, und ich will hoffen, das nichts anderes dahinter steckt.

Beeindruckend ist aber auch seine unglaubliche Umsicht und die Abgeklärtheit, mit der er die letzten Kilometer oder einen Schlussspurt einer Etappe angeht. Aber heute glaube ich an die deutschen Sprinter.

Daher mein Tipp: Greipel vor Freire vor Sagan vor Farrar.

Best Regards ;-)

Update: Aus dem Twitter-Account von Mark Cavendish:

There's just something about  that just brings out fire in me.  was so strong. He will win a few stages. Trust me.

Ich denke, ich liege mit meiner Einschätzung nicht so weit daneben ;-)

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3. Etappe - von Orchies nach Boulogne sur Mer

Dienstag 03 Juli 2012 um 12:39

Das Profil der heutigen Etappe lässt eher den Schluss zu, dass die Sprinter wieder einen ruhigen Tag haben. Denn die 197 km lange Etappe enthält vier Anstiege der vierten Kategorie und zwei der dritten Kategorie. Die sind zwar alle nicht sehr lang, aber der letzte Anstieg mit im Schnitt 8,5 Proz. ist schon knackig. Ich vermute daher, dass die Anwärter auf den Gesamtsieg hier zumindest vorn mit dabei sein wollen, um keine Zeit auf den Führenden zu verlieren. Außerdem befinden sich alle Berge auf den letzen 70 km. Einen Massensprint wird es vermutlich nicht geben.

Vom Profil her wäre es eine gute Etappe für Gilbert oder Chavanel, der hier im vergangenen Jahr auch die französische Meisterschaft gewonnen hat. Aber wir haben gesehen das auch Cancellara reinhalten kann. Und ich glaube schon, dass er versuchen wird, das Trikot noch ein wenig zu behalten.

Ich vermute auch dass Cadel Evans, Frank Schleck und Valverde vielleicht versuchen werden, ihren Rückstand auf Wiggins und Chavanel zu verringern. Aber das wird nicht leicht sein. Je nach Wetter werden sie zumindest versuchen keinen Rückstand mehr zu bekommen. Je nach Tempo werden die Anwärter auf das gelbe Trikot daher zusammen bleiben. 

Die Frage ist auch, ob Peter Sagan da weitermacht wo er in den vergangenen Tagen war. Vielleicht versucht er sich ja noch einen Etappensieg zu holen. Dazu müsste er aber freie Fahrt bekommen und sich aus der Spitzengruppe absetzen können. Die Frage ist, inwieweit er für Basso oder Nibali Helferdienste leisten muss. Denn diese Etappe könnte eine Schlüsselrolle spielen.

Also, mein Tipp, die Sprinter haben heute nichts zum melden. Kämpferische Fahrer wie Chavanel und Gilbert werden in der Spitzengruppe sein. Evans, Schleck und Valverde werden versuchen den Rückstand auf Wiggins zu verkleinern.

Daher Gilbert vor Chavanel und Sagan, direkt dahinter das Feld mit den Favoriten.

Best Regards ;-)

Packendes Finale in Seraing - Aussicht auf die zweite Etappe

Montag 02 Juli 2012 um 08:14

Die erste richtige Etappe der Tour de France 2012 verlief eher wie eine Trainingsfahrt. Schon kurz nach dem Start konnte sich eine sechser-Gruppe absetzen, die in einem relativ gemächlichem Tempo teils bis zu 5 Minuten vor dem Feld fuhr. Das machten Sie so gut, dass Jens Voigt in der Nachführarbeit des Hauptfeldes teilweise wieder rausnehmen musste. Der Schnitt von 39,8 für so eine relativ flache Etappe sagt dann schon einiges.

Um so packender das Ende der Etappe, bei dem es im belgischen Seraing nochmal richtig hoch ging. Nicht sehr lang, aber doch so, dass die Teams schon geschickt ihre Leute in den vorderen Bereichen plazieren mussten, um in den schmalen Straßen nicht plötzlich abgehängt zu sein.

Mein Tipp war daher, Phillip Gilbert, der bereits bei ähnlichen Ankünften seine Qualitäten hatte zeigen können. Aber auch Chavanell, Cancellara und das Duo Nibali/Basso kamen für mich in Frage.

Und so schlecht lag ich nicht. Am Ende des steilsten Teilstücks in Seraing versuchte Chavanell sein Glück, hat sich dann aber doch ein wenig überschätzt und ist zu hart in den letzten Anstieg gegangen. Gilbert musste seine eigenen Ambitionen wohl eher zurückstellen und blieb beim Hauptfeld in der Nähe von Evan. In diese Lücke stieg Cancellara, unglaublich welche Kraft er in den Beinen hat, und konnte sich vom Feld lösen. Er hatte teilweise 40, 50 Meter Vorsprung. Aber zwei Leute, die ich gar nicht auf der Rechnung hatte, konnten an seinem Hinterrad bleiben. Sagan und Boasson-Hagen. Und bei Sagan ohne ersichtlich große Anstrengung.

Cacellara, der sicherlich nur im Auge hatte, sein gelbes Trikot zu verteidigen, wollte die Etappe aber gar nicht unbedingt gewinnen. Und so nahm er wieder raus, schaute sich nach hinten um, welchselte die Seiten von rechts nach links, aber weder Sagan noch Boasson-Hagen wollten fahren. Ein oft leidiges Problem.

Geschickt blieb Sagan an seinem Hinterrad. Boasson-Hagen hatte nicht mehr die Kraft, und so konnte Sagan sogar ausscheren, sich in Ruhe umschauen, Lage checken. Unglaublich wie abgeklärt er hier agierte. 

Aber die Anwärter auf den Gesamtsieg wollten sich natürlich nicht schon in der ersten Etappe weiter abhängen lassen, und so musste wohl Gilbert für seinen Chef Evans die Hauptgruppe wieder an das Führungstrio heranfahren. Und das machte er so gut, dass sie unmittelbar vor der Ziellinie wieder dran waren, unglaublich packend.

Aus dieser Situation heraus hatte Sagan schließlich die beste Ausgangssituation und konnte in einem letzten Sprint Cancellara überholen. Boasson Hagen konnte oder wollte hier nicht mehr folgen. Das Hauptfeld kam zeitgleich ins Ziel.

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Schade, Tony - Aussicht auf die erste Etappe

Samstag 30 Juni 2012 um 18:49

Schade, ich hätte es ihm gegönnt. Tony Martin hatte einen Platten. So verlor er wertvolle Sekunden, als er das Rad wechseln musste. Aber Cancellara war auch bärenstark. Da es im nächsten Jahr keinen Prolog geben wird, war dies auch die Chance, die er nutzen musste. So wird Cancellara morgen im gelben Trikot starten. Aber kann er es auch halten?

Da Cancellara keine Ambitionen auf den Gesamtsieg hat, wird er es versuchen. Die Frage ist, wie gut kann ihn seine Mannschaft dabei unterstützen. Aber auch Chavanell und Gilbert haben gezeigt, dass sie in guten Form sind, und die beiden sind für mich für die morgige Etappe absolute Anwärter auf den Etappensieg.

Morgen ist auf jeden Fall keine Strecke für ein Sprintfinale, Cavendish und Co müssen sich bis zum Montag gedulden.

Morgen steht eine hügelige Ardennen-Strecke auf dem Programm, mit vier Anstiegen der Kategorie 4 und einem Schlussanstieg mit durchschnittlich 4,7 Prozent bei 2,4 Kilometer. Die Fahrer, die beim Prolog weiter hinten gelandet sind, werden versuchen ihren Rückstand wett zu machen. Ob es für eine größere Selektion reicht kann ich nicht beurteilen. Daher mein Tipp: Gilbert vor Chavanell vor Cancellara. In der Spitzengruppe mit dabei, Wiggins, Evans und Basso.

Ich bin gespannt ;-)

Best Regards

Tour de France 2012 - Der Prolog

Freitag 29 Juni 2012 um 18:23

In diesem Jahr beginnt die Tour de France wieder mit einem Prolog. Dieser geht über eine Entfernung von 6,4 Kilometer in der Innenstadt von Lüttich. Nach dem Start an der Avenue Rogier geht es im Bogen durch die Innenstadt, wieder runter an den Fluss (Meuse). An der Universität gibt es die erste scharfe Linkskurve. Dann geht es am Fluss weiter bis zum Quai de la Goffe. Dort gibt es nach 3,5 Kilometern eine Zeitnahme. Kurz danach geht es nach einer 180 Grad-Kurve wieder zurück, auf einem etwas anderem Weg durch die Stadt Richtung Parc d' Avroy. Dort ist das Ziel.

Da die Tour 2013 die 100. Tour de France ist, wird sie mit einer ersten Etappe und nicht mit einem Prolog starten. Daher werden die Spezialisten für eine solche kurze Sprintstrecke, allen voran Fabian Cancellara, versuchen die Gelegenheit in diesem Jahr zu nutzen. Außerdem ist das nach dem verkorksten Frühjahr für ihn die Möglichkeit, die erste Etappe im Gelben Trikot zu fahren.

Ich glaube aber auch, dass die Zeitfahrspezialisten, allen voran Tony Martin, versuchen werden, dieses Auftaktrennen zu gewinnen.

Daher mein Tipp: Martin vor Cacellara. 

Lassen wir uns überraschen ;-)

Best Regards

Die Tour 2012 ... ohne ARD und ZDF

Freitag 29 Juni 2012 um 13:34

Am nächsten Samstag ist es endlich wieder so weit. Für die Radsport-Freunde geht das große Spektakel wieder los. Aber die Frage ist, ob das hier in der Bundesrepublik überhaupt jemand mitbekommt. Denn dies ist das erste Jahr, dass ARD und ZDF nicht mehr live über die Tour berichten. Die Verträge mit der ASO, über die die Fernsehrechte der Tour de France verkauft werden, sind nicht mehr verlängert worden. Der einzige Sender der noch live berichtet ist Eurosport.

Und damit einhergehend wird natürlich auch das Internet-Angebot zur Tour de France nicht mehr gepflegt. Die Seiten unter tour.ard.de haben noch den Stand des letzten Jahres.  Sehr schade! Ich hätte erwartet, dass sie zumindest das hinbekommen. Eine Mail, die ich vor zwei Wochen an die ARD zu diesem Thema gesandt habe ist noch nicht einmal beantwortet worden! Die Lücke mit den Live-Übertragungen wird Eurosport als Spartensender gern füllen. Aber sonst ...

Natürlich ist es so, dass der Sport selbst und seine Protagonisten dafür gesorgt haben, dass der Radsport in einem Doping-Sumpf gelandet ist. Aber wer muss das denn jetzt ausbaden?

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Velo-Challenge 2012 Hannover

Sonntag 17 Juni 2012 um 23:05

In diesem Jahr bin ich bisher noch kein Jedermann-Rennen gefahren. Einerseits hatte ich das Gefühl noch nicht in der richtigen Form zu sein, andererseits hat es sich einfach auch noch nicht ergeben. Weder in Göttingen (Tour de Energie), noch in Berlin hätte ich noch rechtzeitig einen Startplatz bekommen können. 

Auch für die Velo-Challenge hier in Hannover, die ja praktisch vor meiner Haustür stattfindet, hatte ich mich bisher noch nicht entscheiden können. Eigentlich wollte ich in dieser Woche die Grenzstein-Trophy fahren, eine Tour an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze vom Prival bis nach Tschechien. Aber auch dafür habe ich nicht die Zeit gefunden mich auf eine solche Tour vorzubereiten.

So habe ich die Gelegenheit genutzt, mich am letzten Tag der Ausschreibung für die Velo-Challenge anzumelden.

Heute nun war es so weit, und meine Hoffnungen zumindest auf trockenes Wetter sollten sich erfüllen. Im letzten Jahr bin ich bei leichtem Miesel-Regen gestartet, mit Armlingen und mit meinem Trainingsrad mit Schutzblechen. Aus Angst vor einem Sturz war ich relativ verhalten gefahren. Ich hoffte, dess es diesmal besser lief.

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