Was für ein Auftakt!

Samstag 29 Juni 2013 um 23:30

Was für ein Auftakt für ein Tour! Wie ich vermutet hatte waren alle Fahrer bis auf die Haarspitzen motiviert und entsprechend nervös. Trotzdem hielten sich die Anzahl der Stürze am Anfang in erfreulichen Grenzen. Das lag sicher auch daran, dass bereits die erste Gruppe fahren gelassen wurde, und sich dadurch im Feld ein wenig Ruhe eingestellt hat.

Hecktisch wurde es erst wieder als es in Rtg. Ziel ging und die Ausreißer wieder eingeholt worden waren. Schade, schade, ich hätte gern ein spannendes Duell mit Andre Greipel gesehen. Umso ärgerlicher, dass dieser so kurz vor dem Ziel ein abgerissenes / abgebrochenes Schaltwerk hatte.

Ungewöhnlich auch die Situation mit dem Bus von Orcia im Ziel der Etappe. So etwas hat es bestimmt noch nicht gegeben. Und durch die Hektik die darauf hin entstand ist sicherlich bei den Fahrern eine entsprechende Unsicherheit entstanden.

Der Zielsprint war dann eine tolle Leistung von Marcel Kittel, den ich zwar relativ weit vorn gesehen habe, aber gegen Cavendish und Greipel keine Chance eingeräumt hätte. Auch, weil Greipel mit Sieberg über den besseren Anfahrer verfügt. Sieberg war auch vorn drin, wusste aber offensichtlich nicht, dass sein Kapitän einen Defekt hatte. Im Zielsprint schaute er sich immer wieder um und suchte nach Greipel. Wenn er gewusst hätte, was passiert war, wäre er sicherlich auf eigene Rechnung gefahren. 

Kittel hat sich recht weit nach vorn durchfahren lassen, aber ich hatte den Eindruck, dass sein Anfahrer fast noch zu früh rausgegangen war. Auch war Kittel sehr weit nach links von den anderen Fahrern abgesetzt. Das senkt zwar das Sturzrisiko, sorgt aber auch dafür, dass er recht lange im Wind fahren muss, und nicht so gut Maximalgeschwindigkeit aufnehmen kann. Trotzdem herzlichen Glückwunsch dass er sich gegen den Katjusha-Fahrer hat durchsetzen können, der zumindest auf einem deutschen Canyon-Bike unterwegs war. Also im weiteren Sinne eigentlich ein deutscher Doppelsieg ;-)

Vorschau auf die 2. Etappe: Bastia - Ajaccio

Kittel wird zwar auf der zweiten Etappe im gelben Trikot starten, aber ich glaube nicht, dass er es am Ende des Tages noch tragen wird. Die zweite Etappe hat es nämlich in sich!

Los geht es in Bastia, dem Zielort der ersten Etappe. Am Anfang ist es noch recht flach, das Peloton hat also einige Zeit eine Fluchtgruppe zu testen und zuzulassen. Mich würde es wundern, wenn es diesmal wieder so schnell geht, wie bei der ersten Etappe. Denn bei Kilometer 33 kommt es zu einer Sprintwertung. Ich kann mir vorstellen, dass die Sprinterteams versuchen werden das Feld vorher zusammen zu halten, um nach dem Desaster heute, Lotto Beliso, Sky und Cannondale die Chance zu geben, um die Sprinterpunkte zu fahren, und sie nicht einem Ausreißer zu überlassen.

Danach ist die Zeit der Sprinter für diesen Tag vorbei sein, denn nach 45 km geht es schon langsam hoch, und schließlich bis km 70 zum ersten Kat 3 Berg (6,6 km bei ca. 4,6 %). Wenn dort das Feld noch halbwegs zusammen fährt, wird es spätestens an den darauf folgenden Kat. 3 und Kat.2 Berg auseinander gefahren werden. 

Hier werden sich die Kandidaten für das Gesamtklassement das erste mal belauern und schauen, ob irgendjemand eine Schwäche zeigt. Die Sprinter werden sich am Ende des Pelotons wiederfinden. Sie müssen auf die nächste Gelegenheit warten. Aber es bieten sich noch viele dafür.

An der langen über 30 km langen Abfahrt werden die Gruppen wieder zusammenfahren. Gute Abfahrer sind hier im Vorteil. Ob die Sprinter hier wieder anschließen können? Möglich, aber nicht wahrscheinlich. Aber es besteht die Möglichkeit dass ein kämpferischer Fahrer, der gut über Berge kommt, hier versucht nochmal weg zu kommen. Ich denke da an so jemand wie Gilbert oder Joaquim Rodriguez. Gerade Rodriguez hätte mit seinen Fähigkeiten den letzten Berg schnell hochzufahren gute Chancen auf einen Tagessieg.

Denn 12 km vor dem Ziel geht es nochmal mit fast 9 % für einen Kilometer hoch. Das könnte das Feld nochmal auseinander reißen und den Massensprint verhindern. Und wenn bis dahin ein Fahrer vorn ist und am letzten Berg keine Zeit verliert, könnte er die letzten 12 km durchhalten und einen Alleinsieg einfahren.

Für diese Etappe eine Prognose abzugeben ist recht schwierig. Denn nach der ersten Etappe heute kann man Stärken und Schwächen der Fahrer noch nicht erkennen. Es ist daher genauso gut möglich, dass eine Spitzengruppe zusammen bleibt und im Ziel die Gruppen nur wenige Sekunden auseinander liegen werden.

Ich hoffe auf das erste Szenario, denn das ist sicherlich spannender ;-)

Mein Fazit: Auf jeden Fall wird ein neuer Fahrer das Gelbe Trikot übernehmen. Und es wird jemand sein, der nicht zu den Favoriten gehört. Ich tippe auf so jemanden wie Gilbert oder Rodriguez. Die Gruppe mit den Favoriten wird unmittelbar darauf geschlossen mit der gleichen Zeit einfahren.

Ich bin gespannt!

Best Regards ;-)

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Tour de France 2013

Freitag 28 Juni 2013 um 23:00

Es ist wieder so weit. Das größte Radrennen der Welt beginnt! Die Tour de France 2013. Es ist die 100. Tour de France, die in diesem Jahr ausgetragen wird. 

Ein Kollege fragte mich in den vergangenen Tagen, ob ich nach all den Doping-Skandalen überhaupt noch Lust hätte mir dieses Spektakel anzuschauen. Das kann ich zu 100 Prozent bejahen. Heute gab es einen Artikel auf Spiegel Online, der ziemlich genau beschreibt, wie es auch mir damit geht.

Ich würde auch genauso gern wieder die Olympischen Spiele im Fernsehen anschauen, obwohl ich auch dort weiß, dass der eine oder andere Athlet mit unlauteren Mitteln gearbeitet hat. Das bedeutet nicht, dass ich Doping gut heiße, im Gegenteil. Ich denke, dass ein solcher Betrug an den anderen Fahrern eine riesige Schweinerei ist. Aber ich bin auch so realistisch, dass ich mir gut vorstellen kann, dass die Verlockungen des Geldes zu groß sein kann.

Ich freue mich sehr auf die nächsten drei Wochen, auf die Berichte im Fernsehen, auf die Bilder der Landschaft vom Hubschrauber aus, auf die Massensprints, auf die Duelle in den Bergen, auf die taktischen Spielchen der Manschaften gegeneinander und miteinander. 

Etappenanalysen

Auch in diesem Jahr werde ich ausgehend von den sich Tag für Tag verändernden Situationen meine Etappenanalysen hier aufschreiben und werde versuchen vorherzusehen, wer die jeweilige Etappe gewinnt. Ich habe mal damit angefangen, weil es im Internet Gewinnspiele gab, bei denen es die Möglichkeit gab etwas zu gewinnen, wenn man den richtigen Tipp abgegeben hat. Mittlerweile finde ich die taktischen Spiele und die Beobachtung der Fahrer und das Verhalten der Mannschaften so spannend, dass ich auch weiterhin solche Analysen machen werde, obwohl es keine Gewinnspiele mehr gibt. Genauso wie letztes Jahr werde ich die hier veröffentlichen.

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Google Analytics gelöscht

Montag 17 Juni 2013 um 20:15

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Webseite,

der anhaltende Spionage-Skandal um das US Überwachungsprogramm Prism hat mich sehr erschüttert. Ich habe kein Verständnis dafür, dass eine Regierung dieser Welt aus Präventivgründen die private Kommunikation einer unbestimmten Menge an Personen, die auf dieser Welt leben, durchsuchen, durchleuchten oder sonst irgendwie zur Kenntnis nehmen, speichern, auswerten und durchlesen. Das ist vergleichbar einer Situation, in der in meiner Abwesenheit jemand in meine Wohnung eindringt, meine Sachen durchsucht, und dann wieder verschwindet, ohne mich darüber zu informieren. Und dabei spielt auch keine Rolle, ob ich etwas zu verbergen habe oder nicht.

Natürlich bin ich nicht weltfremd. Um Straftaten zu verfolgen ist das erforderlich. Dafür gibt es dann eine gesetzliche Ermächtigung, eine richterliche Überprüfung, und vor allen Dingen, erfährt die Zielperson nach dem Abschluss der Maßnahme davon und kann diese überprüfen lassen wenn er Zweifel an der Rechtmäßigkeit hat. Und es muss VORHER mindestens ein Anfangsverdacht vorliegen, bzw. in den meisten Fällen ist sogar ein dringender Tatverdacht erforderlich. Und der liegt nur dann vor, wenn nach Beurteilung der Umstände des Einzelfalls der Verdacht so konkret ist, dass es sich um den Täter einer STRAFTAT handeln könnte.

Aber über diese in allen demokratischen Ländern gültigen Regeln setzt man sich einfach drüber weg. Und das wird angeordnet von einer Person, die ohne ein schlechtes Gewissen zu zeigen den Friedensnobelpreis entgegen genommen hat.

Dafür habe ich keinerlei Verständnis und ich habe für die handelden Personen auch nicht einen Funken Verständnis.

Auch glaube ich, dass das, was bisher bekannt geworden ist, nur die Spitze des Eisbergs ist. Und die Schlagzeilen des heutigen Morgens bestätigen mich in dieser Annahme.

Aus meiner Sicht ist es aber nicht richtig nur diesen Standpunkt zu vertreten und ansonsten so weiter zu machen wie bisher. Man sollte unter dem Eindruck dieser Lage auch sein eigenes Tun prüfen. Natürlich muss man das mit einem gesunden Mißtrauen tun und nicht mit paranoiden Anwandlungen. 

Ich werde also weiterhin das Internet nutzen und auch Emails schreiben. Aber ich habe meinen Browser so eingestellt, dass ich KEINE Cookies mehr speichere. Und entgegen alle Erwartungen sind alle Webseiten die ich regelmäßig nutze, weiterhin verwendbar. Teilweise ist es sogar angenehm. Ich bekomme nicht Tagelang Schuhe angezeigt nur weil ich mir auf Zalando mal was angesehen habe.

Ich benutze nicht mehr Google, sondern die Suchmaschine DuckDuckGo. Und ich kann mit den Ergebnissen genausogut leben wie mit den Suchergebnissen des Branchenprimus, der versucht genau zu protokollieren was ich tue um es den amerikanischen NSA zur Verfügung zu stellen.

Ich schaue mit gerade Twitter an und was und welche Daten ich dort speichere. Ich werde den Account vermutlich schließen. Facebook und Co. nutze ich sowieso nicht. Mir war schon immer unheimlich was dort alles gesammelt wurde. Und die Veränderung der Nutzungsbedingungen, die die Nutzung von Decknamen ausschlossen, erscheinen im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen in einem ganz neuen Licht.

Ich kann von niemanden verlangen dies auch so zu sehen wie ich. Aber vielleicht sollte jeder mal darüber nachdenken. 

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen. Ich habe bisher Google Analytics auf meiner Webseite genutzt. Das stand so bisher auch in meinem Impressum. In erster Linie weil es für mich spannend war zu sehen, woher die Besucher kamen und welche Themen am meisten gelesen wurden. Aber auch darauf kann ich verzichten, wenn ich überlege, welche Möglichkeiten ich Google damit an die Hand gebe. Ob die Daten der vergangenen Monate wirklich gelöscht worden sind, so wie es auf der Webseite geschrieben steht, glaube ich nicht. Aber zumindest kommen keine neuen dazu ;-)

Best Regards

Andi

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